Herwig Lucas und Jürgen Oßwald mit Balladen

Bestens aufeinander eingestellt: Jürgen Oßwald (links) und Herwig Lucas. Foto: Fischer

Kassel. Ein Schauspieler, ein Musiker, ein tolles Programm, eine gelungene Premiere. Unterhaltsam und facettenreich. Überwiegend humorvoll, aber in einigen Sequenzen romantisch und manchmal dramatisch.

Die in Kassel gut bekannten Künstler Herwig Lucas und Jürgen Oßwald luden für Mittwoch ins Theaterstübchen ein. Ihr Thema: deutsche Balladen.

Oßwald interpretierte sie am Klavier, Lucas rezitierte. Ein doppelter Hörgenuss. Zum Einstieg eine romantische Komposition von Brahms, gefolgt von Goethes „Zauberlehrling“. Lucas versteht sich bestens darauf, Balladen in Stimmungen zu kleiden. Er wechselt Charaktere, nuanciert die Aussprache und temperiert die Figuren überzeugend. Er lebt die Balladen, ob bei Kästners „Sachlicher Romanze“ oder Villons „Sommerballade“. Was am Programm noch gefiel: Etwas Bildung gab’s gratis dazu.

Lucas stellte jedes Gedicht und jeden Dichter vor und hatte köstliche Anekdoten sowie geistreiche Späße parat. Welchen großen Fehler hat Schiller bei seinem Mammutgedicht „Die Glocke“ gemacht? „Er hat den Klöppel vergessen. In keiner Zeile ist der zu finden.“ Noch mehr zu schmunzeln gab es bei Friedrich Hollaenders „Nachtgespenst“ oder bei Christian Maintz’ köstlichem Ausflug ins Tierleben, bei dem in „Das Wildschwein“ vom liebeshungrigen „Horst dem Keiler“ berichtet wird.

Bestens temperiert und aufeinander abgestimmt war die Zusammenarbeit von Lucas und Oßwald. Keiner dominierte, jeder war Brücke für den anderen. Musik und Text harmonierten prächtig. Viel Applaus der 30 Besucher, eine Zugabe.

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