Herzberg-Festival: Liebe und Frieden im Schatten der Burg

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Lockt mit seinen Flötenklängen und einer Komplett-Aufführung von "Thick as a Brick" am Freitag um 20 Uhr Fans progressiver Rockmusik zum Herzberg-Festival: Jethro Tull's Ian Anderson

Bad Hersfeld. Glückliche Rockmusik-Fans im Schlamm gab es schon beim ersten Burg Herzberg Festival 1968, ein Jahr vor Woodstock.

Die sogenannte Schlammrutsche, bei der die Zuschauer sanft im Matsch einen Abhang hinunter gleiten wurde über die Jahre so populär, dass man sie auf Festivals, bei denen nur die Sonne schien, mit Feuerwehrschläuchen herbei spritzte. In diesem Jahr wird das nicht nötig sein.

Der Regen der letzten Tage und Wochen hat das zwischen Bad Hersfeld und Alsfeld an der B 62 gelegene Festivalgelände so aufgeweicht, dass selbst eine Trockenperiode ab heute nicht ausreichen dürfte, bis zum Beginn am Donnerstag den Boden einigermaßen zu verfestigen.

Wahre Herzberg-Fans werden aber vermutlich schon viel früher anreisen. Prophylaktisch haben die Veranstalter deshalb schon mal ein Zelte-Verbot vor Dienstagnachmittag ausgesprochen und bitten die Besucher, "behutsam mit dem Gelände umzugehen". Auch wird die kleine Stadt hinter dem Festival-Gelände, Freak-City" genannt, in diesem Jahr autofrei bleiben.

Dass diesem Wunsch entsprochen wird, dürfte außer Frage stehen. Herzberg-Festivalbesucher sind stark ökologisch engagiert, friedlich und im Umgang mit Menschen, Tieren und der Natur gleich liebevoll. Außerdem ergeben sich durch das engere Zusammenstellen der Zelte ohne parkende Autos dazwischen vielleicht ganz neue mitmenschliche Perspektiven.

Denn nur hier, im Schatten der Burg Herzberg  hat der Geist der Hippie-Ära überlebt, den man seit einigen Jahren bei Festrivals wie Coachella und Burning Man in den USA wiederbeleben möchte. Doch die Mutter aller Open Airs ist und bleibt das Herzberg-Festival.

Zwischen Rock und Elektro-Pop

Tito Lariva (2.v.l.) und seine Taranteln treten am Samstag beim Herrzberg-Festival auf. Natürlich "only after dark" um 22.30 Uhr

Das wartet in diesem Jahr mit einem geradezu sensationellen Programm zwischen Rock- und Elektropop auf. Es werden nicht nur die Hippies und ihre Nachfahren bedient sondern auch Teenager, die mit Namen wie Wishbone Ash (21.7., 22.30 Uhr) oder Ian Anderson und Jethro Tull (20.7., 20 Uhr) nichts anfangen können und auf die Beats von heute stehen. Für sie spielen Bands wie die Violons Barbares (21.7., 15.45) oder Conni Maly alias Lava 303, eine Heldin der Rrriot Girl- Bewegung. Für die Generation dazwischen gibt es die Tubes (20.7., 18 Uhr) und Tito und Tarantula (20.7., 22.30 Uhr).

Doch, und auch das ist eine Besonderheit des Festivals: Kaum jemand macht sich nur wegen der Musik auf den Weg zur Burg. Es ist seit 44 Jahren und immer wieder aufgefrischt der Geist, der über allem schwebt und die Menschen in der Hoffnung auf eine friedliche Welt für vier Tage vereint. (wd)

Infos: Das Festivalgelände ist über die A 7, Abfahrt Niederaula und noch ein paar Kilometern auf der B 62 Richtung Alsfeld zu erreichen. Der Eintritt für die vier Festivaltage (19. - 22. Juli) inklusive Camping kostet 88 Euro. Karten gibt es beim HNA-Kartenservice, Tel. 0561-203 204.

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