Das hr4-Weihnachtskonzert in der Kasseler Stadthalle

Aus dem Herzen

Stimmung auf Platt: Speelwark mit von links Stefanie Kolk, Johann-Helmut Hanke und Urte Kühl. Foto:  Schachtschneider

Kassel. In der vorweihnachtlichen Hatz um das passende Geschenk vergeht manchmal die Vorfreude auf das Fest der Liebe. Weihnachtskonzerte können da wie eine Oase wirken und uns daran erinnern, worauf es ankommt: Auf Besinnlichkeit, Herzlichkeit und Freude.

All das bot das hr4-Weihnachtskonzert am Sonntag in der Kasseler Stadthalle. „Wir sind ausverkauft“, freute sich Moderator Heinz Günter Heygen, der längst zu einem eigenen, unterhaltsamen Programmpunkt bei der alljährlichen Weihnachtsgala geworden ist. Auch in diesem Jahr interpretierte er die Rolle des Moderators als charmanter Entertainer, der dem festlichen Programm mit seinen originellen Weihnachts-Geschichten und Gedichten aus Kindermund eine fröhliche Herzlichkeit verlieh.

An seinem mit hessischer Mundart gewürztem Gedicht über Sauerkraut als Lametta-Ersatz hätte auch der Weihnachtsmann sicher seine Freude gehabt.

Das Bühnenbild, eine romantisch ausgeleuchtete, malerisch gestalte Winterlandschaft im Abendlicht, setzte auf Stimmung, das Programm auf die Leuchtkraft des Altbewährten, zu dem sich der Humor des Originellen gesellte.

Es gab klassische Weihnachtsperlen, die die im Goldkleid schillernde Opernsängerin Katja Bördner („Die Hirten“, „Ave Maria“), das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt, Leitung: Stefan Ottersbach (Auszüge aus der Wassermusik von Händel) und der Kinderchor des Stadttheaters Gießen („Der Herr hat seinen Engeln befohlen“ von F. Mendelssohn-Bartholdy) zum Strahlen brachten.

Daneben hielt die musikalische Bescherung auch Weihnachtsgrüße von der Nordsee bereit: Die Mundartformation Speelwark wärmte die Herzen mit Liedern wie „Schlittschuhloofen“ oder „Der Winter is een starke Mann“.

Wie im vergangenen Jahr war auch Nachwuchs-Tenor Sebastian Bracht mit von der Partie. Eine wunderschöne Stimme hat der „hr4-Tenor 2009“, gibt sich in der Präsentation aber leider recht statisch. Anders der Kinderchor aus Gießen: Quellklare Stimmen, die aus dem Herzen kommen und die die Lust am Singen spürbar machen. Fazit: Weihnachten darf kommen – wenn es so ist, wie dieses Konzert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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