Regen und Kälte beeinträchtigen das Soundcircle-Festival in Wolfhagen kaum

Die Herzen waren warm

Singen hilft gegen die Kälte: Revolverheld-Frontmann Johannes Strate beim Auftritt in Wolfhagen. Foto: Socher

Wolfhagen. „Ihr müsst euch bewegen, sonst holt ihr euch den Tod.“ Fast väterlich besorgt, nicht aber ohne ironisches Grinsen klangen die Appelle von Revolverheld-Frontmann Johannes Strate. Es nahm urkomische Facetten an, was kühle Temperaturen und Dauerregen aus einer Band und ihrer verschworenen Fan-Gemeinde machen können.

Appelle wie diese schleuderte der Hamburger Sänger den zwar nassen, aber bestens gelaunten 300 Besuchern am Sonntagabend beim Soundcircle-Festival in Wolfhagen in Serie entgegen. Die Hamburger Band war die größte Zugnummer an diesem Tag.

Zuvor hatten Stanfour und Ghost of Tom Joad mit Post Punk versucht, das ehemalige Kasernengelände in Open-Air-Stimmung zu tauchen. Nach einem Springsteen-Stück nennt sich die Band aus Münster, die auf der Bühne gern den Rotzlöffel mit Punk im Herzen gibt. Im Grunde aber klingt ihre Musik mehr wie romantischer Indie-Pop. „Wir spielen herzzerreißende Stücke, und ihr wollt Punk“, rief Sänger Henrik Rogers gespielt beleidigt. Die Band nahm sogleich wieder Fahrt auf.

„Wir wollten mit dem Festival auch jungen Bands Gelegenheit geben, mal vor großer Kulisse zu spielen“, erklärte Tom Wiegand, einer der Veranstalter. Neben Gruppen, „die wir haben wollten“, konnten sich Bands bewerben. 300 Anfragen gab es. Das schlechte Wetter trübte seine Laune nicht - auch Samstag kamen 500 Besucher. Doch ob es 2011 weitergeht, ist ungewiss.

Wäre schade, falls nicht, nimmt man die Stimmung bei den Revolverhelden als Gradmesser. Stücke vom Album „In Farbe“ schallten aus den Boxen und jede Menge stimmungsvolle Kommentare: „Wolfhagen singt mit. Singen hilft auch gegen die Kälte.“ Das Publikum kam dem gern nach. Eine Fan-Gemeinde, wie sie sich jede Band wünscht.

Mit Stücken wie „Mein Leben ist super“, „Hamburg hinter uns“ oder „Ich werde die Welt verändern“ heizten Strate und Co. mächtig ein. Die Mischung aus poppigem Punk und fröhlich stampfendem Rock mit originellen Texten kam bestens abgemischt aus den Boxen. Zum Abschluss romantische Töne bei „Halt dich an mir fest“ und das im Chor gesungene „Spinner“. Pudelnass, aber glücklich machten sich die Fans auf den Heimweg.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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