Die Ten Tenors begeistern in der Stadthalle – auch wenn die Technik nicht ganz mithalten kann

„Herzilein“ als Nationalhymne

Sangen Eurythmics, Simon & Garfunkel: das australische Vokalensemble Ten Tenors. Foto: Malmus

Kassel. Zehn Goldkehlchen, die Herzschmeichler aus Oper, Operette und Pop auf die romantisch beleuchtete Bühne bringen – und fertig ist ein Spitzenkonzert? Könnte man meinen, kann aber nur mit Einschränkungen unterstrichen werden. Denn besonders in großen Sälen und Hallen macht eben nicht nur der Ton die Musik, sondern auch die Technik. Eine Tatsache, die am Samstag dem Konzert des australischen Vokalensembles Ten Tenors in der Stadthalle zwar nicht jede Strahlkraft raubte, das ganz große Funkeln jedoch verhinderte.

Zauberhaft waren die Momente, in denen der Sologesang im Mittelpunkt stand und die Backingvocals der anderen Sänger für romantische Nuancierungen sorgten. Schmetterten die Tenöre die Refrains jedoch im Kollektiv, näherte sich das Klangbild für die Ohren einer Reizschwelle.

Die 1100 Besucher feierten trotzdem nahezu jedes Stück mit lautstarkem Applaus. Schon das Repertoire sorgte dafür: Stücke wie „There must be an Angel“ von den Eurythmics, „The Boxer“ von Simon & Garfunkel, das wunderbare „Nessun Dorma“ aus Puccinis Turandot und Seals „Kiss from a rose“ würden auch durchs Telefon gehört noch für Gänsehaut sorgen. Im Schmelztiegel der zehn Tenöre, die mit prächtigen Stimmen aufwarteten, bekamen diese Stücke einen zusätzlichen Zauber.

Ausgesprochen gut kamen auch die Nummern aus dem Rock-Pop-Bereich an, besonders die Queen-Stücke „The Show must go on“ und „Bohemian Rhapsody“. Da strahlten die klassisch ausgebildeten Solostimmen, begeisterte der Chorgesang. Auch für Humor sorgten die sehr jugendlich wirkenden Tenöre. „Ich nenne dir ein Land, und du singst mir deren heimliche Nationalhymne“, schlug Stewart Morris seinem Bühnenkollegen Graham Foote vor. Das Ergebnis amüsierte die Besucher köstlich. Schwedens heimliche Hymne heißt demnach „Dancing Queen“ und die von Deutschland „Herzilein“. Lautstarker Schlussjubel.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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