Hessen präsentiert im Bundesrat documenta-Kunst

documenta-Raum im Bundesrat: Die Vasen von Norbert Radermacher (vorn) und Urs Lüthis Skulptur aus der Neuen Galerie. Foto: Hessische Landesvertretung/nh

Berlin/Kassel. Während der hessischen Präsidentschaft im Bundesrat präsentiert die Landesregierung in Berlin Kunst aus den Landesmuseen Kassel, Darmstadt und Wiesbaden - und dabei in erster Linie documenta-Kunst.

Ein „documenta-Raum“ im Preußischen Herrenhaus wird bis zum 31. Oktober geöffnet sein und auch auf das 60. Jubiläum der documenta im Sommer aufmerksam machen.

Turnusgemäß leitet zurzeit Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Sitzungen des Bundesrats. Er hat seine Präsidentschaft, die zeitlich eingerahmt ist durch die Gedenkdaten zu 25 Jahren Deutsche Einheit, unter das Motto „Grenzen überwinden“ gestellt. Auch im Bundesrat müssten die Vertreter der 16 Länder ständig Grenzen überwinden, so sein Gedanke. „Im Bundesrat müssen Kompromisse möglich sein, um zu Entscheidungen zu kommen“, erläutert Martin Klonowski, Sprecher der hessischen Landesvertretung. Und zwar in „immer andersfarbigen Konstellationen“ auch über Parteigrenzen hinweg. Auch Schwarz-Grün gelingt das ja zurzeit in Wiesbaden.

„Grenzen überwinden“ - das gelte gerade auch für die Kunst. Die documenta habe Grenzen überwunden, indem etablierte Kunstbegriffe aufgebrochen wurden, sich der Blick auf politische und globale Fragestellungen erweitert habe. Und: Die documenta bewege Menschen über Grenzen hinweg.

documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff nahm bei der Eröffnung den Ball auf und wies auf den zweiten Standort 2017 in Athen hin: „Der Gastgeber wird zum Gast, die aus aller Welt eingeladenen Künstler bauen Brücken und machen das Fremde und Andere begreifbar.“

Kulenkampff kündigte an, wenn dank der Unterstützung des Landes das documenta-Archiv in die Trägerschaft der documenta GmbH überführt werde, sei das der Grundstein „für ein außeruniversitäres documenta-Forschungsinstitut in Kassel, das zu einem Zentrum der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts nicht nur in Deutschland werden wird“.

Keiner der Politiker, Bediensteten und der jährlich 70 000 Besucher betritt das Bundesratsgebäude, ohne Kunst aus Kassel wahrzunehmen, nämlich in der Haupthalle Skulpturen von E.R. Nele, Tochter des documenta-Gründers Arnold Bode und selbst documenta-Teilnehmerin, sowie von Michael Croissant. Im Lichthof sind die Figur „Ex Voto“ von Urs Lüthi aus der Neuen Galerie in Kassel, Vasen des Kasseler Kunsthochschulprofessors Norbert Radermacher aus dem Museum Wiesbaden (sie krönten während der d8 im Jahr 1977 eine Parkhaus-Balustrade) sowie Marina Abramovics Bergkristall-„Shoes for Departure“ aus Darmstadt ausgestellt.

Für individuelle Besichtigungen kann man sich mit dem Besucherdienst, Tel. 030/189100179, besucherdienst@bundesrat.de, in Verbindung setzen.

Von Mark-Christian von Busse

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.