Drehbuch für Göker-Film

Hessischer Filmpreis: Kasseler Filmschaffen ganz vorn

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Nah dran: Filmszene aus „Unzertrennlich“, in dem Frauke Lodders Kinder mit kranken Geschwistern porträtiert.

Frankfurt/Kassel. Beim Hessischen Filmpreis sind drei Projekte aus Nordhessen nominiert. In den Kategorien Drehbuch, Dokumentarfilm und Animationsfilm.

Starkes regionales Aufgebot beim Hessischen Filmpreis. Wenn heute Abend in der Alten Oper in Frankfurt quasi die hessischen Oscars vergeben werden, können sich vier Kasseler Chancen ausrechnen. 

Kristl Philippi

Klaus Stern und Kristl Philippi sind in der Kategorie Drehbuch für ihr Projekt „Wolf of Kassel“ nominiert. Frauke Lodders ist mit ihrem Dokumentarfilmdebüt „Unzertrennlich“ im Rennen und Jonatan Schwenk mit seinem aufwendigen Animationsfilm „Sog“ in der Kategorie Kurzfilm.

Das Drehbuch

Klaus Stern

Filmemacher Klaus Stern hat sich wie kein Zweiter mit Aufstieg und Fall des Kasseler Versicherungsvermittlers Mehmet Göker beschäftigt und ihn in den zwei Dokus „Versicherungvertreter“ und „Versicherungsvertreter 2“ porträtiert. Zusammen mit Kristl Philippi hat er nun das Drehbuch für einen Spielfilm erarbeitet, der an Göker und dessen Firma MEG angelehnt ist. 

Der Titel „Wolf of Kassel“ erinnert an Martin Scorseses Investmentbanker-Film „The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio. Das Drehbuch ist fertig, sagt Stern, im nächsten Schritt wird der Produzent des Films, Christian Becker („Die Welle“, „Fack ju Göhte“) damit Geldgeber ansprechen und auch auf die Suche nach geeigneten Schauspielern gehen. 

Mehmet Göker selbst hatte einst gesagt, er könne sich gut vorstellen, dass „Fack ju Göhte“-Star Elyas M’Barek oder Moritz Bleibtreu seinen Part übernimmt. Ziel wäre, so Stern, dass im nächsten Jahr gedreht werden kann.

Die Doku

„Unzertrennlich – leben mit behinderten und lebensverkürzt erkrankten Geschwistern“: So heißt Frauke Lodders 90-Minüter, der auch im November beim Kasseler Dokumentarfilmfest zu sehen sein wird. Sie lässt die Zuschauer am Alltag von Kindern und Jugendlichen teilnehmen, deren Geschwister mit einer Krankheit leben. 

Frauke Lodders

Ein Thema, hat Lodders erfahren, das in der öffentlichen Wahrnehmung wenig präsent ist, obwohl vier Millionen Menschen in Deutschland einen Bruder oder eine Schwester haben, die chronisch oder lebensverkürzend erkrankt sind.

Der Animationsfilm

Jonatan Schwenk studiert visuelle Kommunikation in Offenbach und ist Gaststudent der Animationsklasse an der Kunsthochschule Kassel. Mit „Sog“ gewann er bereits über 20 Preise auf zum Teil hochrangigen Festivals. 

Der Film verbindet Real-, Zeichentrick- und Stop-Motion-Film mit Digitaltechnik und erzählt von einer dystopischen Welt, in der Alteingesessene plötzlich mit Neuankömmlichen konfrontiert sind. Das sind Fische, die im wahrsten Sinn des Wortes bei ihnen gestrandet sind.

Hessischer Filmpreis: Weitere Infos zum Preis gibt es hier.

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