Heute ein König: Kasseler Band Heinrich II beim Open Flair

Gewann Anfang Juni den Open-Flair-Bandcontest im Schlachthof: Das Kasseler Indierock-Trio Heinrich II mit (von links) Max Zindel, Anatol Rettberg und Lorenz Schuster. Foto: nh

Einmal mit Stars wie den Beatsteaks und Kraftklub auf einer Bühne stehen: Für die Kasseler Indierock-Band Heinrich II wird ein Traum wahr. Seinen Indierock stellt das Trio beim Open Flair vor.

Kassel. Aus Anatol Rettbergs größtem Wunsch ist nichts geworden. „Ich habe immer davon geträumt, einmal im Kurbelkasten zu spielen“, sagt der Sänger und Gitarrist der Band Heinrich II. Doch den Live-Club in Hann. Münden hoch oben über der Fulda gibt es schon lange nicht mehr. Dafür darf Rettberg mit seinen beiden Band-Kollegen am 7. August auf dem Open-Flair-Festival in Eschwege spielen.

Sein größter Traum ist geplatzt, nun wird einer Wirklichkeit, den er nie zu träumen wagte. „Das Open Flair ist 10 000-mal größer“, sagt der 22-Jährige, der auf dem größten nordhessischen Festival einst als Freiwilliger mitgearbeitet hat.

Das Ticket für den Auftritt in Eschwege sicherten sich Rettberg, Max Zindel (22, Gitarre, Gesang) und Lorenz Schuster (20, Schlagzeug) Anfang Juni, als sie im rappelvollen Kasseler Kulturzentrum Schlachthof den Open-Flair-Bandcontest gewannen. „Ich bin jetzt noch total aufgeregt, wenn ich an den Auftritt denke“, sagt Rettberg. Das Nachwuchstrio überzeugte Jury und Publikum mit seinem melodischen Indierock, der mal melancholisch und mal aggressiv klingt, sowie deutschen Texten. Wer die frühen Sportfreunde Stiller, Madsen und Herrenmagazin mag, wird Heinrich II lieben.

Kennengelernt haben sich Rettberg und Zindel, „als wir noch im Stimmbruch waren“, wie sie sagen. Da waren sie 16 und traten in ihrer Heimatstadt Hann. Münden oft als Akustikduo auf. Als sie beim School-Jam-Wettbewerb teilnehmen wollten, suchten sie einen Schlagzeuger und fanden Schuster.

Es fehlte nur noch ein Name. Sie durchwühlten ein Personenlexikon und stießen auf Heinrich II. Seitdem heißen sie wie der König von England und der römisch-deutsche Kaiser - nur ohne Punkt hinter der römischen Ziffer. „Hinter unserem Namen steckt keine coole Geschichte“, sagt Zindel beinahe entschuldigend. Das ist sehr sympathisch. Und allzu schlecht kann die Idee auch nicht gewesen sein. Sucht man bei Google „Heinrich II“ und „Band“, findet man ihre Facebook-Seite ganz weit oben.

Mittlerweile studieren alle drei in Kassel. Ihr erstes Album, das Anfang August erscheint und „Heinrich II“ heißen wird, haben sie in Rettbergs Kasseler Wohnung aufgenommen. Geprobt wird jedoch weiterhin in Reinhardshagen. Denn ihr Wunsch, einen bezahlbaren Proberaum in Kassel zu finden, konnte bislang niemand erfüllen. Dafür stehen sie bald mit den Beatsteaks, Kraftklub und Farin Urlaub auf der Bühne. Einfach traumhaft.

www.facebook.com/heinrich.musik

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