Heute legt Lena los

Lena Meyer-Landrut

Geht es nach Lena Valaitis, Ingrid Peters und Jane Comerford, steigt heute ein neuer „Satellite“ in den europäischen Pop-Himmel. Die drei ehemaligen deutschen Grand-Prix-Interpretinnen sind davon überzeugt, dass Lena Meyer-Landrut (19) den Eurovision Song Contest in Oslo (ARD, 21 Uhr) gewinnt. Wir beantworten die Fragen zum Schlagerwettbewerb.

? Wer ist Lenas größte Konkurrentin?

! Bei den Buchmachern ist Safura aus Aserbaidschan Favoritin. Die 17-Jährige hat schon einen Musikwettbewerb gewonnen: 2008 siegte sie in der Casting-Show „Yeni Ulduz“. Für den Grand Prix hat die Nation am Kaspischen Meer kräftig geklotzt. Die Organisatoren leisteten sich den Songschreiber von Madonna und Jennifer Lopez, den Choreografen von Beyoncé und einen italienischen Stardesigner. „Drip Drop“ ist moderner Pop. Allerdings muss man nach dem Halbfinale feststellen: Das richtige Gefühl für R’n’B hat man Safura nicht kaufen können.

Gegen diese Kandidaten singt Lena beim Grand Prix

Startplatz 1 im Finale: Lenas schärfste Konkurrentin Safura (17) für Aserbaidschan. Bereits als Sechsjährige stand Safura in selbst entworfenen Outfits auf der Bühne – ihre Mutter ist Mode-Designerin. Später lernte sie Geige und Saxophon. Ihr Titel „Drip Drop“ ist ein moderner Pop-Song. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 2: Daniel Diges für Spanien. In Oslo möchte der charmante 29-Jährige mit einem Walzer mit dem Titel „Algo pequeñito“ groß rauskommen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 3: Norwegen mit Didrik Solli-Tangen. Er singt das Lied „My heart is yours“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 4: Für Moldawien die Band Sunstroke Project.  © Eurovision Song Contest 2010
Platz 5: Zypern mit Jon Lilygreen und der Band "The Islanders". Der Singer-Songwriter wird beim Eurovision Song Contest den Titel „Live looks better in spring“ zum Besten geben. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 6 im Finale: Bosnien-Herzegowina mit dem 26-jährigen Vukašin Brajić, der dieRock-Pop-Ballade „Lightning and Thunder“ singt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 7 im Finale: Belgien mit Tom Dice. „Me and My Guitar“ heißt so auch der Titel, mit dem Tom Dice beim Grand Prix d'Eurovision antritt: ein angenehm plätschernder Pop-Song a là James Blunt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 8: Serbien mit  Milan Stankovic. Der Medizinisch-Technische Assistent wollte eigentlich gar nicht Sänger werden, doch dann meldeten ihn Schwester und Onkel zu einer Casting-Show an. © Eurovision Song Contest 2010
Im Finale dabei: Sofia Nizharadze aus Georgien. © Eurovision Song Contest 2010
Schon im Alter von elf Jahren wurde sie mit Erstplatzierungen bei Festivals überschüttet. Später besuchte Sofia Nizharadze die Geschwister-Gnessin-Musikakademie. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 14: Die Gruppe Manga für die Türkei © 
Platz 9: Die Formation 3 + 2 für Weißrussland.  Die fünf Musiker wurden extra für ihre Teilnahme am Grand Prix zu einer Band zusammengewürfelt. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 10 im Finale: Irland mit Niamj Kavanag. Sie singt die Ballade „It's for you“ inklusive eines Flötensolos und will damit an ihrem Riesenerfolg von 1993 anknüpfen – damals gewann die rothaarige Irin den Eurovision Song Contest. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 11: Griechenland mit Giorgos Alkaios – in seinem Heimatland ein alter Hase im Musikgeschäft. Alkaios Song ist eine Mischung aus griechischen, modernen und orientalischen Elementen und heißt „Opa“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 12: Josh Dubovie für Großbritannien mit „That Sounds Good to Me“. © Eurovision Song Contest 2010
Die hübsche Albanierin hat sich wegen ihrem Musikstil schon den Spitznamen "Christina Aguilera Albaniens" eingefangen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Finale dabei: Juliana Pasha für Albanien mit dem leichten Popsong "It's all about you" singen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 16 im Finale: Island mit Hera Björk, die schon zwei Mal für Island beim Eurovision Song Contest auf der Bühne stand. In Oslo singt sie den Eurodance-Song „Je ne sais quoi“. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 17: Die Ukraine mit Aljosha. Die 24-Jährige hat an der Nationalen Universität für Kunst und Kultur in Kiew Gesang studiert. Die Ukrainerin singt die Ballade "Sweet People". © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 18: Für Frankreich der 27-jährige Kongolese Jessy Matador. Sein Grand-Prix-Titel „Allez“ Ola! Olé!“ ist eine schwungvolle Mischung aus kongolesischen und karibischen Klängen, Dancehall Reggae und Hip Hop. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 19: Rumänien mit dem heißen Duo Paula & Ovi mit dem Popsong „Playing with Fire“ an. Hier Sängerin Paula. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 20: Für Russland die Peter Nalitch Band mit der Nummer „Guitar“ © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 21 im Finale: Armenien mit der schwarzhaarigen Eva Rivas. Die 22-jährige nahm bereits im zarten Alter von 13 an Schönheitswettbewerben teil. Überzeugen will Eva Rivas die Zuschauer mit „Apricot Stone“, einem Popsong mit folkloristischen Elementen. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 22: Lena Meyer-Landrut für Deutschland. © Eurovision.tv
Startplatz 23: Für Portugal Filipa Azevedo.  Die 18-Jährige studierte Querflöte am Konservatorium in Porto, brach ihr Studium aber ab, als sie eine Gesangs-Castingshow gewann.  © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 24: Harel Skaar für Israel. © Eurovision Song Contest 2010
Startplatz 25: Dänemark mit dem Duo Chanée & N'evergreen mit “A Moment like this“. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Kristina Pelakowa für die Slowakei. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Kuunkuiskaajat, zu Deutsch: "Die Mondflüsterinnen“. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Aisha für Lettland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgegickt: Die Girl-Band Feminem für Kroatien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Miroslav Kostadinov für Bulgarien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Das Duo Malcolm Lincoln für Estland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Sieneke für Holland. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Thea Gernett für Malta. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Die Band InCulto für Litauen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Gjoko Taneski für Mazedonien. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Anna Bergendahl für Schweden. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt:  Marcin Mroziński für Polen. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Michael von der Heide für die Schweiz. © Eurovision Song Contest 2010
Im Vorentscheid rausgekickt: Slowenien mit dem Ensemble Roka Žlindra und der Band Kalamari © Eurovision Song Contest 2010

? Wer ist sonst noch aufgefallen in den Halbfinals?

!Der Serbe Milan Stankovic mixt in „Ovo je Balkan“ Balkanbeats und moderne Breaks zu einer furiosen Hymne auf sein Land, sieht knuddelig aus und tanzt gut. Tom Dice aus Belgien tritt getreu seiner Ballade „Me And My Guitar“ nur mit Gitarre auf. „It’s For You“ der Irin Niamh Kavanagh klingt ein wenig wie die Musik aus „Titanic“, aber das heißt nicht, dass die ehemalige Sängerin der Commitments heute untergehen muss. Die Griechen haben zwar kein Geld, mit Giorgos Alkaios („Opa“) aber einen Folk-Interpreten mit viel Testosteron. Und der Zypriote John Lily liefert mit „Life Looks Better In Spring“ grandiosen Pop.

? Wird es wieder eine angebliche Verschwörung der Osteuropäer geben?

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! Kaum. Die gab es ja auch zuletzt nicht. Zur Erinnerung: Vorjahressieger Norwegen liegt in Nordeuropa. Von den 25 Finalisten - darunter die gesetzten großen Beitragszahler Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien und Gastgeber Norwegen - kommen 14 aus dem Westen. Wenn man Josh Dubovie aus dem Mutterland des Pop hört, wünscht man sich übrigens weniger England und dafür mehr Balkan-Sound. „That Sounds Good To Me“ stammt aus der Feder von Pete Waterman und Mike Stock, die in den 80ern mit schaurigem Plastik-Pop für Rick Astley berühmt wurden.

? Wie wird im Finale abgestimmt?

!Die Punktevergabe erfolgt wie zuletzt zu jeweils 50 Prozent von den TV-Zuschauern, die per Anruf und SMS abstimmen, und einer Jury, der in Deutschland unter anderem Hape Kerkeling und Mary Roos angehören. Ein Nachteil für Deutschland könnte sein, dass die Leitungen für das Televoting schon nach dem Auftritt des ersten Künstlers freigeschaltet sind - Lena singt aber erst an Position 22.

? Was ist mit der Niederländerin Sineken und ihrem Lied „Ik ben verliefd (Sha-la-lie)“, über das zuletzt alle redeten?

! Sie ist im zweiten Halbfinale ausgeschieden, aber immer noch in aller Ohren. Der von Pierre Kartner alias Vader Abraham („Das Lied der Schlümpfe“) geschriebene Song ist der fieseste Ohrwurm seit dem Krokodil Schnappi.

? Was macht eigentlich Ralph Siegel?

! Das klingt hart, aber der Komponist des einzigen deutschen Siegertitels („Ein bisschen Frieden“ für Nicole, 1982) überlegte zuletzt, welches Lied auf seiner Beerdigung gespielt werden soll, wie er in einem Interview erzählte. Der 64-Jährige ist an Prostatakrebs erkrankt und manchmal so schwach, dass er nicht einmal die Tasten am Klavier drücken kann. Angriffslustig ist er aber immer noch: Stefan Raab, urteilt er, sei unprofessionell, und über Lena, die selten einen Ton treffe, sagt er: „Dem Dilettantismus sind keine Grenzen mehr gesetzt.“

Von Wilhelm Ditzel und Matthias Lohr

Deutsche Platzierungen seit 1982

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