Das Ensemble CordArte und Monika Mauch brillierten beim Wilhelmshöher Schlosskonzert

Schlosskonzert im Ballhaus mit CordArte und Monika Mauch

Gegeisterten im Ballhaus: Markus Märkl (Cembalo, Orgel, von links), Sopranistin Monika Mauch, Heike Johanna Lindner (Viola da gamba), Daniel Maria Deuter (Violine). Foto: Malmus

Kassel. Die Zuschauer im gut besuchten Ballhaus hatten wirklich Glück. Die erkrankte Sopranistin Monika Mauch gab rechtzeitig am Samstagabend Entwarnung und lieferte in einem rundum gelungenen Wilhelmshöher Schlosskonzert des Hessischen Rundfunks eine glänzende Leistung ab.

Glück hatte das Publikum auch, weil es sich gegen den Fußball und das Ausscheiden der Frauennationalmannschaft entschieden hatte. Traurig war an diesem beeindruckenden Konzertabend lediglich das Fehlen einer Zugabe. So blieb dem hartnäckig applaudierenden Publikum eine Verlängerung leider verwehrt.

Obwohl Mauch gesundheitlich angeschlagen war, überzeugte sie, abgesehen von kleineren intonatorischen Unsauberkeiten bei Francesco Cavallis „O quam suavis“, auf der ganzen Linie. Wunderschön wie die Sängerin eine stilgerechte Phrasierung und fein abgestufte dynamische Ausdeutung mit einer makellosen Technik verband, die sich insbesondere bei den Koloraturen zeigte. Die Baden-Württembergerin gehört zu den begehrtesten Interpretinnen der Barock- und Alte-Musik-Szene.

Doch auch Mauchs Kollegen vom Ensemble CordArte, Daniel Maria Deuter (Violine), Heike Johanna Lindner (Viola da gamba) und Markus Märkl (Cembalo und Orgel), wiesen internationales Niveau nach. Insbesondere bei der wunderschönen „Sonata terza variata per il Violino solo con basso“ von Biagio Marini konnte Deuter sein Können unter Beweis stellen.

Die spannende Programmzusammenstellung hatte das Motto „Sehnsucht nach Süden“. So wurden neben Teilen aus Heinrich Schütz’ Symphoniae Sacrae Werke anderer Komponisten gespielt, die zeitgleich mit Schütz in Venedig gewirkt hatten und die ihm bekannt waren. So konnte sich das Publikum bei der am Ende gespielten Schütz-Komposition auf die Suche nach Parallelen zu Werken eines Corradini, Marini, Grandi, Merula, Castello, Rogniono oder dem bei uns weitaus bekannteren Claudio Monteverdi machen.

Von Sebastian Krämer

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