Gustav Peter Wöhler und Band in Vellmar

Mit Hingabe

Gustav Peter Wöhler Foto:  Schachtschneider

Vellmar. War das der Zugabe-Rekord beim „Sommer im Park“ in Vellmar (Kreis Kassel)? Einige Festival-Termine stehen zwar noch aus, aber sechs Zugaben – das muss man erst mal überbieten. Bemerkenswert ist, dass es kein professioneller Sänger war, der das Publikum am Samstagabend im vollen Zelt so von den Sitzen riss, sondern ein Schauspieler mit seinen persönlichen Hit-Favoriten: Gustav Peter Wöhler.

Fast eine halbe Stunde lang feierte das Publikum Wöhler und seine Band nach dem letzten Stück seines Programms „Boy don’t cry“. Wenngleich man mit einem Repertoire, in dem zahlreiche Ohrwürmer aus über vier Jahrzehnten aufleuchten, als Musiker einen gewissen Vorab-Bonus hat.

Doch nicht das machte das Konzert so mitreißend, sondern dieser großartige kleine, untersetzte Mann am Mikrofon. Zugegeben - bei Stücken von Größen wie Prince („Kiss –you don’t have to be rich“), Tom Patty („Wide Open”), Elvis („Hound Dog”), Billy Joel („She is always a woman”) oder Cyndi Lauper („Time After Time”) liegt die Messlatte zu hoch für ihn. Doch Wöhlers versucht erst gar nicht, die Originale nachzuahmen. Er will einfach er selbst sein. Die Musik packt ihn, und das kommt rüber.

Wie ein Kind, das es nicht abwarten kann, mit seinem Lieblingsspiel fortzufahren, verkürzt er die Ansagen auf das Wesentliche. Laufen die Stücke, dann läuft auch Wöhler. Dann tanzt er, dreht sich, lässt die Hüften kreisen. Obwohl sich unter seinem gespannten Hemd eine gewisse Leibesfülle abzeichnet, hat seine Bewegungswut die Leichtigkeit eines Hingegebenen.

Auf den Nenner gebracht: Wöhler liebt es, diese Stücke als Sänger zu interpretieren. Auch seine Band – Kai Fischer (Piano), Olaf Kasimir (Bass) und Mirko Michalzik (Gitarre) - unterstützt das. Als bei den Zugaben Rio Reisers „Junimond“ erklingt, ist der Höhepunkt der Begeisterung erreicht: Mit Lichtbändern und Feuerzeugen illuminiert das Publikum das Zelt und singt den Refrain lautstark mit. Wöhler ist gerührt: „Ihr seid einfach wunderbar!“

Von Steve Kuberczyk-Stein

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