Hingabe für die Literatur

Schriftsteller Peter Härtling erhält den Jacob Grimm Preis Deutsche Sprache

Ein Herz für die Romantik: Peter Härtling. Foto: dpa

Kassel. Der 78-jährige Schriftsteller Peter Härtling ("Leben lernen") erhält in diesem Jahr den mit 30.000 Euro dotierten Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache.

„Peter Härtlings Werk zeigt, mit welcher Hingabe man sich der Sprache und Literatur widmen und sie zum Lebensinhalt machen kann“, so die Begründung der Jury des Kulturpreises Deutsche Sprache.

Weitere Preisträger bei der Verleihung am 20. Oktober in Kassel sind das medizinische Beratungsprojekt „Was hab’ ich?“ und die ARD-Redaktion der „Sendung mit der Maus“. Der dreiteilige Preis wird zum zwölften Mal von der Eberhard-Schöck-Stiftung (Baden-Baden) und vom Verein Deutsche Sprache mit Sitz in Dortmund für besondere Verdienste um die deutsche Sprache verliehen. Zu den bisherigen Jacob-Grimm-Preisträgern gehörten etwa Udo Lindenberg, Cornelia Funke und Loriot.

Mit Peter Härtling werde einer der vielfältigsten deutschsprachigen Autoren der Gegenwart ausgezeichnet. Er habe sich als Journalist, Kritiker und Verleger, aber besonders als Lyriker und Autor für Kinder und Erwachsene verdient gemacht, begründete der Bamberger Sprachwissenschaftler Helmut Glück die Jury-Entscheidung: „In Härtlings Romanen und Erzählungen wird deutsche Geschichte fassbar. Seine Gedichte sind von großer Sprachkraft und seine Kinderbücher haben ganzen Generationen von Jugendlichen die Welt der Literatur eröffnet.“

Der am 13. November 1933 in Chemnitz geborene Härtling hatte als Volontär bei der „Nürtinger Zeitung“ begonnen, er war Redakteur beim „Monat“ sowie Cheflektor beim Fischer-Verlag, ehe er ab 1973 als freier Schriftsteller arbeitete. Der seit 1959 verheiratete Vater von vier Kindern wurde mit Porträts von Autoren und Musikern der Romantik wie Hölderlin, Schubert, Mörike und Schumann ebenso bekannt wie mit Kinderbüchern („Das war der Hirbel“, „Oma“) und autobiografischen Romanen und Erinnerungen („Leben lernen“). Zuletzt beschrieb er in „Liebste Fenchel!“ das Leben der Komponistin Fanny Hensel-Mendelssohn.

Weitere Preisträger

Mit dem mit 5000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache wird das Projekt „Was hab’ ich?“ ausgezeichnet. „Wir würdigen damit das Engagement, medizinische Befunde in eine für ratlose Patienten leicht verständliche Sprache zu übersetzen“, erklärte Glück. Unter www.washabich.de ist ein Netzwerk von mehr als 600 Medizinstudierenden zusammengeschlossen, die ehrenamtlich ärztliche Diagnosen und Befunde allgemeinverständlich erklären.

Der undotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache geht an die Redaktion der „Sendung mit der Maus“. Seit 1971 beweise die Redaktion, wie man Vorgänge und Sachverhalte anschaulich und klar erklären könne. „Ihre Sprache ist zum Markenzeichen für Sachbeschreibungen geworden“, so die Jury-Begründung.

Von Mark-Christian von Busse

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