HipHop-Delikatessen für Hunderte Fans

Versprühten Energie: Die Orsons bei ihrem Auftritt in der documenta-Halle. Fotos: Fischer

Kassel. In seinem neuen Kochbuch „HipHop-Unplugged“ kreiert der Kasseler Koch Christoph Brand mit Rappern wie Max Herre, Marteria und Samy Deluxe Köstlichkeiten zum Nachkochen. Auf der Realeseparty seines Werks am Samstag in der documenta-Halle feierten einige der rappenden Hobbyköche wie Curse, Megaloh und die Orsons mit mehreren Hundert Fans eine entspannte HipHop-Sause. Die Musikshow zu Brands Kochbuch machte einmal mehr deutlich, das gute Musik und gutes Essen perfekt miteinander harmonieren.

Besonders heiß erwartet wurde der Mindener Rapper Curse, dessen letztes Album „Freiheit“ fünf Jahre zurückliegt. Mit Applaus und Armen in der Luft wurde Curse von seinen Fans empfangen und gab Klassiker wie „Wahre Liebe“ und „Und was ist jetzt“ zum Besten. Nicht ganz so einfach ließ sich das HipHip-Publikum vom Bremer Funk-Wunder Flow Mega überzeugen. Wenn es nicht mitspielt, helfen auch keine Aufrufe zum Mitsingen oder Tanzen. „Ihr seid schon lahmarschig“, beschwerte sich der Bremer mit zwinkerndem Auge bei den Kasselern.

Wie ausgewechselt war dir Stimmung erst, als die Orsons die Bühne enterten. Das Stuttgarter Spaß-Rap-Quartet versprühte seine Energie an das Publikum, das bei Songs wie „Horst und Monika“ und „Apfelschnitzschneider“ offensichtlich bemerkte, dass man auf Konzerten auch mitsingen und tanzen darf.

Überzeugt, wenn auch stückweise akustisch kaum verständlich, hat der Berliner Rapper Megaloh, der momentan eigentlich mit Max Herre durch Deutschland tourt. Die Akustik in der Halle machte es bei tiefen Stimmen und basslastigen Beats schwer, die Worte der Musiker zu verstehen.

Nicht nur Rapfans, auch Anhänger anderer Genres kamen auf ihre Kosten, da Musiker wie Pohlmann, Henning Wehland und die Popband Glasperlenspiel die Plattenteller kurzerhand gegen Gitarren eintauschten.

Höhepunkte waren jedoch die Auftritte von den Stieber Twins und Moses Pelham, der mit einer Band unplugged überzeugte. Die aus Heidelberg stammenden Stieber Twins haben ihre HipHop-Karriere eigentlich aufgegeben. Ihr Debüt „Fenster zum Hof“ gilt in HipHop-Kreisen jedoch als einer der großen Meilensteine, weshalb die Fans immer dann zu einer wilden Partymeute werden, wenn die Stiebers mal wieder bei einem ihrer raren Auftritte ihre Songs live performen.

Das Mini-Festival bewies einmal mehr, wie vielseitig Rapmusik heute ist und dass die Protagonisten sich auch nicht mehr nur von Künstlern anderer Genres abwenden, sondern aufeinander zugehen, eine Gemeinschaft erzeugen, wie es eben einer der vielen ungeschriebenen Gesetze in der HipHop-Kultur auch will.

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