Musikschutzgebiet-Festival feiert mit OK Kid

HipHop-Zirkus mitten im Dorf

Zwischen HipHop und Indie: Sänger Jonas Schubert von OK Kid. Foto: Kasiewicz

HOMBERG. Die drei Musiker von OK Kid hätten allen Grund gehabt, enttäuscht zu sein, als sie am Samstag die Bühne des Zirkuszelts im Homberger Stadtteil Hombergshausen betraten. Das aus Gießen stammende Trio war mit seinem Crossover-HipHop in den vergangenen Jahren Gast auf den großen Festivals, zuletzt trat die Band in Bukarest und bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest auf. Und dann waren lediglich 150 Fans in das große Zelt am Rand des 120- Einwohner-Dorfes gekommen.

Keyboarder Moritz Rech, der in Kassel Musik studiert hat, freute sich trotzdem. „Wir haben auch schon mal vor sechs Leuten gespielt, und das war geil“, sagte er vor der Show. Das war zu einer Zeit, als OK Kid noch Jona:S hießen und ebenfalls im Musikschutzgebiet auftraten. Dieses Jahr feierte das Festival seinen zehnten Geburtstag. 2004 hatte Hubertus Nägel mit Freunden zum ersten Mal Bands auf den abgelegenen Hof seiner Eltern im Schwalm-Eder-Kreis geholt. Hier kann man Acts wie Cro, Bilderbuch und eben OK Kid entdecken, bevor sie von allen gefeiert werden.

Zum Geburtstag gab das Festival unter dem Titel „November Rain“ nun eine Party im Zirkuszelt, in dem im Sommer das ganze Dorf die Fußball-WM verfolgt hat. Zum Auftakt bewies das aus Melsungen und Spangenberg stammende Duo Fullax mit seinem elektronisch angehauchten Indiepop, dass es einmal einen ähnlichen Weg wie OK Kid gehen könnte.

Die in Köln lebenden Mittelhessen stehen wiederum für die Vielfältigkeit im deutschen HipHop. Frontmann Jonas Schubert macht keinen klassischen Rap mehr. Die live durch Gitarrist und Bassist zum Quintett angewachsene Band produziert mit wabernden Synthies und flirrenden Indie-Gitarren einen hypnotischen Sound. Kein Wunder, dass Christian Ulmen „Kaffee warm“ zum Titelsong seiner jüngsten TV-Serie gemacht hat.

Ihren größten Hit spielten OK Kid gleich zweimal: „Stadt ohne Meer“ ist eine wunderbare Hymne auf ihre öde Heimat Gießen. Das „November Rain“-Konzert war so gleich eine doppelte Hommage an die Provinz, wo das nächste Musikschutzgebiet-Festival nächsten Sommer vom 5. bis 7. Juni stattfindet. Wer einmal dort war, wird wiederkommen.

Karten ab sofort unter: www.musikschutzgebiet.de

Von Matthias Lohr

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