Hippie-Land in der Sonne: Das Burg-Herzberg-Festival

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Bot Weltmusik vom Feinsten: Bassekou Kouyate aus Mali.

Bad Hersfeld. Im vorigen Jahr kamen die Vans der Künstler beim Herzberg-Festival im Schlamm des Festival-Geländes nur schrittweise voran. Schrittweise mussten sie auch dieses Jahr fahren – allerdings, um keinen Staub aufzuwirbeln, denn über Hippie-Land schien die Sonne.

Die nach Veranstalterangaben 10.000 Besucher wurden nicht nur mit Sonnenschein verwöhnt, sondern auch mit einem ausgezeichneten Live-Programm.

Die Tambours de Bronx mit ihrer auf Ölfässern getrommelten Mixtur aus HipHop und Rock hatten es schwer am Donnerstagabend, weil sie den jungen Besuchern zu rocklastig und den Althippies „zu Techno“ waren. Doch die US-Jam-Band moe. versöhnte ab Mitternacht die Festivalgemeinde mit einem dreistündigen Konzert, das an die legendären Grateful Dead erinnerte.

Für ein Festival-Wunder sorgten am späten Freitagnachmittag   Bassekou Kouyate  und seine Band Ngoni Ba  aus Mali. Was Kouyate und seine Band auf ihren Ngonis (Zupfinstrumente) boten, war Weltmusik vom Feinsten. Tausende tanzten dazu wie in Trance und hätten bis in die Nacht weitergetanzt, wenn am Abend nicht noch Ex-Genesis-Gitarrist Steve Hackett mit seiner Genesis-Revisited-Show auf dem Programm gestanden hätte. Sänger Nad Sylvan beeindruckte bei Klassikern wie „The Musical Box“ mit seiner Theatralik ebenso wie mit seiner an Peter Gabriel erinnernden Stimme.

Impressionen vom Festival am Freitag

Impressionen vom Burg Herzberg Festival 2013 I

Impressionen vom Festival am Samstag

Impressionen vom Burg Herzberg Festival 2013 II

Getanzt wurde am Samstag auch zum Folk-Punk der Levellers und ihrem Teufelsgeiger Jon Sevin. Den Kontrast dazu bot im Anschluss Warren Haynes. Der Allman-Brothers-Gitarrist, der meistens in drei Bands gleichzeitig spielt und beim Herzberg-Festival mit Gov't Mule auftrat, machte beim Betreten der Bühne ein kurzes Peace-Zeichen und stand ansonsten, die Gitarre vor dem Bauch, wie eine fest verwurzelte Eiche, bediente seelenruhig seine (Fuß-)Effektgeräte und überzeugte mit Soli, von denen keines unter acht Minuten war. Für Hippies war es der Musik-Himmel auf Erden.

(Von Wilhelm Ditzel)

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Sonnige Zeiten für Hippies - Die Halbzeitreportage


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