Hitschreiber aus Wien: Johann-Strauss-Gala mit den K&K Philharmonikern

Luftsprünge zur Musik von Johann Strauss: Die K&K Philharmoniker und das K&K Ballett. Foto: Koch

Kassel. Johann Strauss war zu seiner Zeit nicht nur ein international gefragter Gewährsmann für zündende Melodien. Seine Werke tragen auch einfallsreiche Titel, die geschickt für die jeweiligen lokalen Anlässe gewählt wurden.

Für St. Petersburg schrieb er etwa die Polka „Im Wald von Pawlowsk“, erst später bekam sie dann den wienerischen Namen „Im Krapfenwaldl“. Ob Strauss einen russischen oder einen österreichischen Wald meinte, ist herzlich egal, denn die Polka mit ihren Kuckucksrufen macht überall gute Laune. So auch am Freitag bei der Johann-Strauss-Gala in der zu knapp zwei Dritteln gefüllten Kasseler Stadthalle.

Fragend blickte sich der Dirigent Wolfgang Kostner um, woher denn der penetrante Kuckucksruf komme. Es war eine von wenigen Show-Einlagen bei diesem Konzert, das sonst ganz auf Noblesse abgestimmt war. Eine Ballettgruppe gab ihm eine besonders stilvolle Note.

Brillant spielten die K&K Philharmoniker, ohne das wienerische Schlagobers, die Sahne, allzu dick aufzutragen. International wie bei Strauss selbst geht es bei diesem Orchester zu. Seine Konzertsaison eröffnet und beschließt es im heimatlichen Lemberg (Lwiw) – früher gehörte die ukrainische Stadt zur Habsburger-Monarchie.

Mit dem Donauwalzer und dem Radetzkymarsch (Mitklatschen!) wurde die Gala festlich beschlossen, doch schon zuvor erfreuten die Einfälle der Walzer-Dynastie. So auch beim Kaiserwalzer, der heute als besonders österreichisch gilt, aber für Berlin geschrieben worden war: eine noble wie hintersinnige Preußen-Huldigung mit einem Marsch am Beginn.

Von Georg Pepl

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