HNA-Interview mit Steffen Hallaschka:

Kasseler Moderator feiert 25 Jahre "stern TV": "Traum hat sich erfüllt"

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Kassel. Mehr als 9000 Gäste in über 1150 Sendungen: Seit 25 Jahren wird beim RTL-Magazin „stern TV“ über Freud und Leid berichtet. Moderator Steffen Hallschka im Interview.

Seit vier Jahren wird die Sendung von dem Kasseler moderiert. Und der begrüßt zum Jubiläum unter anderem Günther Jauch, der 21 Jahre lang das Gesicht des Magazins war.

Nach Ihrem Start bei „stern TV“ sagten Sie, dass sie nun beruflich wie privat angekommen sind. Wie sieht das heute aus?

Steffen Hallaschka: Da hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Meine Familie und ich fühlen uns in Hamburg pudelwohl. Ich pendele jede Woche für drei Tage nach Köln. Das ist okay, weil es mal ganz beruhigend ist, wenn der Beruf und das Privatleben nicht am selben Ort sind. Dann kann man beides mit voller Kraft machen.

Sie planen also nicht, wieder nach Kassel zu ziehen? 

Die Jubiläumssendung läuft am Mittwoch um 22.15 Uhr auf RTL.

Hallaschka: Nein, aber ich fühle mich mit Kassel noch sehr verbunden. Ich werde nie vergessen, dass ich meine ersten Radiobeiträge im HR-Studio in Bad Wilhelmshöhe produziert habe. Aber ich bin immer mal wieder in Kassel, weil meine Mutter und ein Großteil der Familie dort leben.

Heute werden 25 Jahre „stern TV“ gefeiert: Wie fühlt sich das an, Teil dieser Erfolgsgeschichte zu sein? 

Hallaschka: Das ist ein großes Glück. Wenn ich früher gefragt wurde, welche Sendung ich gern moderieren würde, habe ich mit einem Grinsen immer „stern TV“ gesagt. Aber ich hätte nie gedacht, dass Günther Jauch die Moderation mal abgeben wird. Dann wurde es wahr und ich erhielt diese Chance. Manchmal kann ich es selbst kaum glauben, dass sich dieser Traum erfüllt hat.

Was erwartet die Zuschauer heute? 

Hallaschka: Nach 25 Jahren ist es unmöglich, die Sendung in ihrer Vielfalt abzubilden und einen allumfassenden Rückblick zu bieten. Er wird daher sehr schlaglichtartig sein. Selbstverständlich wird auch Günther Jauch dabei sein und wir werden uns so manchen Spaß erlauben.

Wie meinen Sie das? 

Hallaschka: Wir werden endlich in den Wettbewerb treten, wer der größere, schönere und bessere „stern TV“-Moderator ist. Aber das alles natürlich mit einem Augenzwinkern.

Aber es wird auch ernster?

Hallaschka: Ja, wir haben zwei Gäste im Studio, die für zwei besondere Momente stehen. Schirin Bogner, die HIV-positiv zur Welt kam. Sie war mit acht Jahren erstmals bei uns – und man staunte, dass sie so alt werden konnte. Heute ist sie 30 – und wird zum 15. Mal bei uns sein. Und Gaby Köster ist zu Gast, die ihr Comeback bei uns hatte, nachdem sie drei Jahre wegen eines Schlaganfalls nicht mehr in der Öffentlichkeit stand.

2011 lösten Sie Jauch ab: Hatten Sie keine Bedenken, nicht akzeptiert zu werden? 

Hallaschka: Das habe ich mir verboten. Es wäre verrückt, seinen Traumjob abzulehnen. Zudem hatte ich das Gefühl, nichts verlieren zu können. Ich habe aber auch das Vertrauen des Senders und der Produktionsfirma gespürt.

Es gab viele denkwürdige Studio-Aktionen. 

Hallaschka: Es ist wirklich klasse, welche Möglichkeiten sich mir und auch Günther Jauch geboten haben. Zum Beispiel konnte ich einen Panther streicheln, ein Löwenbaby füttern und mich gegen Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen im 100-Meter-Lauf messen. Es macht irre viel Spaß, einen tolleren Job gibt es nicht.

Gibt es etwas, was Sie nicht machen würden? 

Hallaschka: Wir hatten mal eine Frau mit einer Spinnenphobie zu Gast, die sich nach einer Hypnose eine Vogelspinne über den Arm laufen ließ. Das hätte ich niemals geschafft und auch mein Veto eingelegt.

Durch „stern TV“ sind Sie bekannter geworden. Hat sich Ihr Leben dadurch verändert? 

Hallaschka: Die gestiegene Bekanntheit ist spürbar. Vorher arbeitete ich für dritte Programme und konnte auch unter dem Radar fliegen. Das hat sich jetzt verändert, aber nicht hysterisch. Es ist schön, macht Spaß und damit kann ich gut leben.

Zur Person:

Steffen Hallaschka (43) wurde in Kassel geboren, lebt aber seit vielen Jahren mit Frau und Kind in Hamburg. Seine Karriere begann 1993 mit einer Jugendsendung beim HR. Danach moderierte er bis 2008 für Brandenburger Radiosender, arbeitete ab 1996 auch für die ARD. Nach Stationen beim RBB moderierte er unter anderem das Verbrauchermagazin „Markt“ (2006-2010). 2011 wechselte er zu RTL.

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