Weder leichte Kost noch schwer verdauliche Fernsehkunst

TV-Kritik zum MDR-"Tatort": Leipziger Allerlei

HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Weder leichte Kost noch schwer verdauliche Fernsehkunst: Der Leipziger Tatort wollte eine gute Mischung mit fesselnden Inhalten abliefern, verdeutlichte aber worin der Unterschied zwischen Quantität und Qualität liegt. Eine TV-Kritik von HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse.

Der MDR-„Tatort“ lässt wieder mal schönste Vermutungen zu, wie ARD-Redakteure und Produktionsfirmen die Krimireihe entwickeln. Sie schütten reichlich Zutaten in einen großen Topf – diesmal ein halbseidener Schönheitschirurg mit unersättlichem Sex-Appetit und Sado-Maso-Vorlieben, ein Mutter-Tochter-Konflikt, überhaupt das Problem mit dem Älterwerden und ganz viel Eifersucht –, vermixen alles und hoffen auf ein aufregendes Gericht. Statt „Frühstück für immer“, wie der Fall von Katrin Bühlig (Buch) und Claudia Garde (Regie) betitelt war, bedeutete das aber ein ziemlich fades Leipziger Allerlei. Die Würze fehlte.

Was zählt in einer Ehe? „Die paar Minuten Ekstase?“, fragte die regelmäßig betrogene Arztfrau. Wie hält man den Marathon einer Partnerschaft aus, wenn man nur Kurzstreckenlauf kann? So formulierte es der Flirtcoach, den nur „das Gain, der Approach“ interessierte, der Zauber des Anfangs, die Faszination des Anbagger-Erfolgs: „Hokus Pokus Koitus.“

Schade, dass der Krimi bei diesem Thema - auch der Ü-40-Verzweiflung auf dem Beziehungsmarkt - nur an der Oberfläche kratzte. Stattdessen hatten es die Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) mit vielen Verdächtigen und zwei merkwürdigen Möchtegern-Geständnissen zu tun. Überhitzt und dann verkocht, dieser Mischmasch.

Mail an den Autor: vbs@hna.de

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