TV-Kritik von Emily Spanel

HNA-Kommentar zum „Tatort“ aus Wien: Eiskalte Ermittlungen

+
Harald Krassnitzer und Adele Neuhauser im Einsatz.

Wie hart der Winter in Wien sein kann, zeigte der jüngste "Tatort" mit dem Ermittlern Moritz Eisner und Bibi Fellner. Um den Mord an ihrer ehemaligen Kollegin Franziska Kohl aufzudecken, ging das Duo bis an die Grenzen seiner persönlichen Belastbarkeit. Eine Kritik von Emily Spanel.

Verliebte schwärmen davon: Wenn in Wien Schnee liegt, kann die Stadt einen besonders romantischen Zauber entfalten. Doch das Wien der zuletzt immer härter und radikaler inszenierten ORF-„Tatorte“ ist ein anderes. Im jüngsten Fall „Abgründe“ (Regie: Harald Sicheritz) wurde die winterliche Donaumetropole ohne jegliche Idyllisierung gezeigt: Chefinspektor Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und Major Bibi Fellner (Adele Neuhauser) ermittelten in einer Tristesse und Eiseskälte, die der finsteren Geschichte um das Aufdecken eines Kinderschänder-Rings in höchsten gesellschaftlichen Kreisen den perfekten Rahmen gab.

Der Fall überzeugte durch seine bedrückende Intensität - auch wenn die allzu plakativen Nebenfiguren an Tiefe vermissen ließen. Allen voran der schmierige Bauunternehmer Nussbacher, der mit Schnurrbart, Pollunder und Spießerbrille aussah wie ein Kinderschänder aus dem Bilderbuch. Der heimliche Star des „Tatorts“ aber war mal wieder Bibi Fellner: Immer wieder riss sie den persönlich involvierten Eisner aus seiner Lethargie: „Wir arbeiten in einem unfassbaren Saustall! Und was machst du? Du hältst dich an die Regeln!“ Ihr explosives Temperament und Wortwitz machten auch einige Längen wett, die sich leider immer wieder einschlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.