TV-Kritik zum Saarbrücken-„Tatort“: Mit Gehör außen vor

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HNA-Redakteur Mark-Christian von Busse lobt vor allem die gehörlose Schauspielerin Jessica Jaksa, die aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammt. Aber die Saarbrücken-Ermittler...

Vorab: Die 19 Jahre alte gehörlose Jessica Jaksa, die aus Willingshausen-Wasenberg (Schwalm-Eder-Kreis) stammt und in Homberg die Hermann-Schafft-Schule besucht hat, hat ihre Nebenrolle im Saarbrücker „Tatort“ toll gespielt.

Bevor ihre Figur Ambra umgebracht wurde, hatte sie einige Schlüsselszenen. Dass sie der eigene Bruder tötete, war viel zu bald zu ahnen. Die üblichen Krimi-Bestandteile – Fremdgehen, Erpressung, Streit ums Erbe – werden sich auch nicht ins Gedächtnis brennen. Über den Fall mit dem Titel „Totenstille“ muss man aber auch nicht den Mantel des Schweigens decken. Wie eine Behinderung die Balance in einer Familie kippen lassen kann, war ein wichtiges, ungewöhnliches Thema. Einprägsam und geschickt wurde die Kommunikation unter Gehörlosen eingeführt.

Peter Probst (Buch) und Zoltan Spirandelli (Regie) kehrten in langen Passagen die übliche Perspektive um: Als Hörender war man außen vor, wer Gebärdensprache beherrscht, war im Bilde. Genau so ging es Hauptkommissar Jens Stellbrink (Devid Striesow), der gar einen Selbstlern-Crashkurs am PC absolvierte, um weiterzukommen. Dabei ist Kommunikation „nicht gerade seine Stärke“, wie es einmal hieß. Tatsächlich gewinnt sein Team kein Profil. Und Striesow selbst wirkt in Saarbrücken weiter merkwürdig unterfordert.

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