TV-Kritik: "Übervoller Spielplan" - Philipp David Pries zum aktuellen Tatort

Ich bin schwul – und das ist auch gut so! Diesen Satz hat man bis heute von keinem Bundesliga-Spieler öffentlich gehört.

So war es ein Verdienst vom „Tatort: Mord in der ersten Liga“, das Tabu aufzugreifen. Der Zuschauer tauchte mit Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm ein in die Welt der Fans, bei denen der Fußball manchmal extreme Gefühle freisetzt, die sich wahllos gegen andere richten.

Das musste der schwule Spieler Ben Nenbrook (Luk Pfaff) erleiden: von den Fans angepöbelt, von der Medien-Meute gejagt. Schade nur, dass Nils Willebrandts „Tatort“ alles auf einmal wollte: das Thema Homophobie im Fußball anpacken. Die Hooligan-Szene in ihrer Vielschichtigkeit zeigen. Mit Paul Näter (Fritz Roth) einen bisher unbekannten Polizeikollegen vorstellen.

Nicht zu vergessen, einen Mord samt überehrgeizigem Manager einzuflechten – zu viel für eine Folge. Versöhnlich stimmten Benjamin Sadlers Auftritt als Journalist Jan Liebermann und seine Turtelei mit Kommissarin Lindholm. Gefangen zwischen der Angst vor zu viel Nähe und Einsamkeit, saßen sie am Ende in einer Bar. Man darf gespannt sein, ob das Feuer zwischen den beiden ausreicht, um den Eisblock namens Charlotte aufzutauen.

HNA-Volontär Philipp David Pries kritisiert den aktuellen Tatort.  rpp@hna.de

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