Eine gute Mischung: Das erste gemeinsame Album von Xavier Naidoo und Kool Savas

Hochzeit von Soul und Rap

Gangster trifft auf Gottes Prediger: Kool Savas (links) und Xavier Naidoo beherrschen die coolen Posen. Foto: Naidoo Records

Wo Xavas drauf steht, ist die Musik von Soul-Sänger Xavier Naidoo und Rapper Kool Savas drin. „Heut ist ein neuer Beginn, ein neuer Anfang, ein neuer Start“, singen sie auf ihrem ersten gemeinsamen Album „Gespaltene Persönlichkeit“. So ist es auch mit ihrer CD: Mannheim trifft auf Berlin. Soul auf HipHop. Zwei Musiker übernehmen abwechselnd die Kontrolle.

Auch wenn Naidoo schon vor sieben Jahren auf einem Album von Savas und Azad zu hören war, das was sie jetzt als Duo abliefern, ist neu. Trotzdem klingt es vertraut. Der Schmacht-Gesang von Naidoo wechselt sich ab mit dem rasenden Gangsta-HipHop von Savas. Sie liefern keinen neuen Sound. Soul und Rap verschmelzen nicht, sie wechseln sich eher ab. Auf Xavas passt zusammen, was bislang nicht zusammengepasst hat. Das klappt gerade auch wegen der ähnlichen Beat-Struktur.

Naidoo und Savas bleiben stets ihrem Stil treu - auf jedem der 15 Songs. Die haben sie gemeinsam geschrieben. Dabei gehen sie kein großes Risiko ein. Auch wenn ein wenig mehr Mut schön gewesen wäre: Ihre Musik wird gefallen, etwa Stücke wie das Liebeslied „Du bereicherst mich“ und das dramatische „Abschiedsfluss“ (bei dem auch Naidoo-Schützling Katja Friedenberg aus Kassel zu hören ist).

Savas-Fans kommen allerdings etwas zu kurz. Naidoos Stimme geht tiefer, klingt dominanter. Manchmal wirkt es sogar, als liefere Savas den rasanten, deftigen Background-Gesang für den Soul-Sänger. Dieser wiederum nimmt Worte in den Mund, die viele seiner Fans bestimmt nicht mitsingen mögen. Auch sprachlich haben sich die Musiker angenähert.

Da singt der türkischstämmige Gangsta-Hip-Hopper plötzlich über Gefühle und der Meisterkoch der Gefühlssoße macht harte Ansagen. Neben viel Pathos gibt es auch Kritik an der Politik („Mehr als sie“). „Wir haben Tracks, bei denen die Leute sagen werden, das habe ich weder von Savas noch von Xavier erwartet. Wir sind beide aus unserer Komfortzone rausgegangen“, hat Savas in einem Interview gesagt.

Und in „Die Zukunft trägt meinen Namen“ singen sie davon, fortschrittliche Popstars zu sein. Ganz so ist es zwar nicht, doch bekommt die in der Vergangenheit - auch textlich zu getragene - Naidoo-Soulmusik ordentlich Tempo und der HipHop von Savas viel Herz. Die musikalische Hochzeit der beiden Stars ist eine gute Mischung.

Xavas: Gespaltene Persönlichkeit (Naidoo Records). Wertung: !!!!:

Von Maja Yüce

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