Sprachkunst im Kunsttempel - Ein poetischer Abend 

Zusammenarbeit: Anja Utler (links) übersetzte aus dem Russischen, als Lew Rubinstein Serien aus seiner Kartothek in seiner Muttersprache vortrug. Fotos:  Wienecke

Kassel. „Die Sprache, Gestik und Mimik haben mich gefesselt und gebannt“, sagt Tobias Hartung nach der Lesung von Anja Utler im Kunsttempel.

Die Bruchstücke aus ihrem Buch „ausgeübt“, die ihm die 1973 geborenen Dichterin, die in Regensburg und Wien arbeitet, angeboten hat, haben die Fantasie des Besuchers angeregt und führten ihn ständig in neue Richtungen.

Utler ist in der Ausstellung, die beim poetischen Abend im Kunsttempel eröffnet wurde, auch mit ihrem preisgekrönten Hörstück „suchrufen, taub“ (2008) samt Partitur zum Mitlesen vertreten.

Zu Lew Rubinstein, dem 1947 geborenen Wortkünstler und Vertreter des Moskauer Konzeptualismus, hat der Kurator der Brückner-Kühner-Stiftung, Dr. Friedrich W. Block, bereits seit der Schulzeit einen Bezug. Zwei Kästen mit Serien aus seiner großen Kartothek sind in der Ausstellung zu sehen. Das „Programm der gemeinsamen Erlebnisse“, eine Serie aus 36 Karteikarten, hat die Besucherin Daniela Ritter erst als Wandpräsentation betrachtet. Später werden die Karten durch das Publikum gereicht. „Dabei habe ich die Texte ganz anders erlebt“, sagt sie.

Zwei weitere Serien, wie die „Fragen der Literatur“, hatte Lew Rubinstein zuvor auf Russisch vorgetragen. Anja Utler lieferte die Übersetzung.

Dietmar Pfister, 1943 geboren und bildender Künstler aus Heroldsberg bei Nürnberg, stellt seit 30 Jahren Buchobjekte her, von denen er einige mit dem Beamer präsentierte. In der Ausstellung zeigt er zwei Skulpturen mit dem Titel Lautgedicht. Seine Wandcollage besteht aus 14 verschlungenen Buchstaben, den Initialen von Vertretern des Dadaismus.

Bei der Sprachkunst-Reihe 3durch3 im Kasseler Kunsttempel kommen jeweils drei Sprachkünstler aus verschiedenen Ländern und Generationen zusammen. Sie wird dreimal jährlich vom Kunsttempel und der Stiftung Brückner-Kühner in Kooperation mit der Stadtbibliothek Stuttgart in beiden Städten veranstaltet.

Ausstellung im Kunsttempel, Friedrich-Ebert-Straße 177 (gegenüber Stadthalle), bis Sonntag, 6. Mai, freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr und nach Absprache mit Dr. Friedrich W. Block, Tel. 0561/2 4 304, Infos: www.kunsttempel.net

Von Bettina Wienecke

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