Ein Hörgenuss: Der Bandoneon-Virtuose Joaquín Amenábar

Prominenter Gast aus Argentinien: Joaquín Amenábar. Foto: Schachtschneider

Kassel. Tango zählt seit 2009 zum Weltkulturerbe. Genauer gesagt, zu den Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit.

Eine ernste Auszeichnung und dementsprechend seriös präsentiert sich dieses Genre heutzutage. Wenn auch die Kasseler Kunst-Werkstatt in der Heckerstraße nicht die Atmosphäre eines verruchten Hafenviertels ausstrahlte, so wirkte sie doch mit ihrem künstlerischen Ambiente der Entstehungsumgebung des Tangos sehr nahe.

Das Konzert des Professors für Bandoneon, Joaquín Amenábar, hätte man sich an keinem passenderen Ort wie diesem gewünscht. Begleitet von der Gruppe CAS-tango gelang ihm eine musikalisch anspruchsvolle Retrospektive einer Musik, die von kreolischen Klängen genauso geprägt wurde wie von Mazurken, Walzern und Polkas. Man präsentierte traditionellen argentinischen Tango und moderne Kompositionen von Astor Piazzolla.

Dabei gelangen mit dem elegischen „Milonga del Angel“ und der Hymne „Libertango“ die Höhepunkte in einem Programm, welches sich qualitativ im Laufe des Abends immer mehr zu einem lustvollen Hörgenuss entwickelte. Mit Kontrabassist Till Spohr und Pianistin Ayako Ito wirkten zwei junge Künstler souverän und einfühlsam in den Arrangements, die von allen Protagonisten eine ganz besondere Form von Emotionalität einforderten.

Sonja Heimann-Sandrock an der Violine brillierte im Zusammenspiel mit Amenábar und überzeugte auch in den Solopassagen mit Leidenschaft. Einzig die Tonstimmung zwischen Violine und Bandoneon schien problematisch. Gitarrist Ryosuke Hara ergänzte den Ensembleklang mit sauberem Arpeggio-Spiel, und mit „La Cumparsita“ versetzte man das zahlreich erschienene Publikum in euphorische Stimmung. Großer Applaus.

Weiteres Konzert heute, 20 Uhr, in der Musikakademie, Karlsplatz 7.

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