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Ausstellung stellt Menschen in den Mittelpunkt

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Ausdrucksstark: Holzarbeiten von Janusz Siewierski stellen Menschen dar - zu sehen im Fachgerichtszentrum Goethestraße.
Ausdrucksstark: Holzarbeiten von Janusz Siewierski stellen Menschen dar - zu sehen im Fachgerichtszentrum Goethestraße. © Andreas Gebhardt

Vater und Tochter stellen gemeinsam aus: Janusz und Marie Siewierski zeigen ihre Werke in der Galerie im Fachgerichtszentrum Kassel in der Goethestraße.

Kassel – Die Skulpturen und Plastiken von Janusz Siewierski (Jahrgang 1957) wirken auf den ersten Blick, als seien sie ein wenig aus der Zeit gefallen: Menschliche Ganzkörperfiguren in realistischer Darstellung in unterschiedlichen Größen, Posen und Stellungen. Es sind alles „junge Leute“, Freundinnen und Freunde seiner Kinder, zu sehen derzeit in der Galerie des Fachgerichtszentrums, wo der in Kassel lebende Siewierski gemeinsam mit Marie Siewierski (geboren 1996) ausstellt. Vater und Tochter also. Beide stellen den Menschen in den Mittelpunkt ihres Schaffens, jedoch unterschiedlich.

„In Bewegung“ heißt die Ausstellung. Marie Siewierski, die an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Thomas Demand studiert, arbeitet multimedial, verbindet Malerei, Poesie, Plastik und Film. Projiziert wird ihr Kurzfilm „Tontauben“ mit animierten Zeichenszenen und Realfilmmaterial. Unterlegt ist die Sequenz mit einer Sprechstimme (der des Vaters?). Geschlechteridentität ist das Thema des Films, das ja nicht nur künstlerisch zurzeit sehr angesagt ist. Ein Artefakt des Films, ein Kostüm, dessen Rock aus Tonscherben besteht, ist in der Ausstellung im Original zu sehen. Es geht um den mythologischen Wassergeist Undine, der erst dann eine Seele erhält, wenn er sich mit einem Menschen vermählt.

Zunächst scheinen die Arbeiten des Vaters mit denen der Tochter eher wenig zu tun zu haben. Seine Plastiken und Skulpturen (Holz und Bronze) sind mit ihrer Figürlichkeit traditionell ausgerichtet, während die der Tochter sich aktuellen Gegenwartsfragen multimedial zuwenden. Bei beiden dreht es sich um die Darstellung des Menschen, um Bewegung, Ausdruck und dem In-der-Welt-sein, um Fühlen und Denken, letztlich um deren Haltungen, inneren wie äußeren.

Beide finden unterschiedliche Wege und Ausdrucksformen, bedienen sich verschiedener künstlerischer Mittel für ihre künstlerischen Positionen – und dieser einander ergänzende Kontrast ist spannend anzuschauen.

Janusz und Marie Siewierski: „In Bewegung“. Fachgerichtszentrum Goethestraße 41 und 43, Bis 30. Dezember, geöffnet Mo bis D, 9 bis 15.30 Uhr, Fr 9 bis 13.30 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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