Das Hammond Eggs Trio mit Trompetenstar Randy Brecker im Theaterstübchen

Hommage an den Bebop

Meister an der Trompete: Randy Brecker. Foto: Malmus

Kassel. Und wieder einmal lockte hoher Besuch das Jazzpublikum aus Kassel und Umgebung in das Theaterstübchen. Das ostbayerische Hammond Eggs Trio hatte sich für sein neues Album „Back In The Pan“ hochkarätiges Gastpersonal geangelt. Diesmal war Trompeter Randy Brecker verfügbar und beflissen unterstützte er die versierten Museumswächter des Bebop und Boogaloo bei ihrem ambitionierten Vorhaben, diesen traditionellen Jazzstilen „zurück in die Pfanne“ zu verhelfen.

Ein schlau umschriebenes Synonym für Aufmerksamkeit und Beachtung, denn Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Doch vor der Pause war man noch zu sehr mit der richtigen Herdtemperatur beschäftigt. Da absorbierte das verhaltene Schlagzeugspiel von Christoph Huber die lineare Bassarbeit des Organisten Jermaine Landsberger zu einem braven Fusionsound der Marke Fahrstuhlbeschallung und bei den Soli spielte man Sicherheitspässe um den Mittelkreis herum.

Das klang nett und sauber, doch mit der brodelnden Atmosphäre der legendären Bebop- und Boogaloo-Tempel der New Yorker 52nd-Street hatte das wenig zu tun. Mit dem Kracher „Kostalogy“ sorgte man nach der Pause für mächtig Dampf in der Küche.

Da hielt es Landsberger nicht mehr auf seinem Hocker, Gitarrist Paulo Morello begann, seine temporeichen Alleingänge zu oktavieren, und der füllige Brecker gab alles, bis er sich im Zielauslauf mit hängender Zunge von einem begeisterten Publikum feiern ließ.

Drummer Huber drückte den Funk wuchtiger in die Felle und mit erhöhter Drehzahl sorgte man für brillante Momente. Da war sie, die sexy Stimmung. Jazz war mal Tanzmusik, das sollte man nie vergessen. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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