Kirche zeigt Uraufführung von „Elisabeth – Da berühren sich Himmel und Erde“

Hommage an eine Heilige

Rockig: Die Kölner Band Ruhama setzte historische Inhalte in moderne Musik um, vorn die Sängerinnen Maria Manderscheid (links) und Andrea Hommelsheim. Fotos:  Fischer

Kassel. Es ist kein Platz mehr frei in der Kasseler Sankt-Elisabeth-Kirche. Etwa 450 Zuschauer erleben am Samstagabend die Uraufführung des Pop-Oratoriums „Elisabeth – Da berühren sich Himmel und Erde“ (Produktion: Marcus Leitschuh).

Begleitet von sanften Keyboard-Klängen kommen die Schauspielerin Andrea C. Ortolano und die Mitglieder der Kölner Band Ruhama auf die Bühne. Gemeinsam mit dem Publikum singen sie: „Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst: Niemand ist da, der mir die Hände reicht“ (Komposition: Thomas Quast, Michael Lätsch, Christoph Lehmann). Schauspielerische Darbietungen wechseln sich ab mit liturgischen und spirituellen Rock- und Popballaden der Gruppe Ruhama.

Der Abend ist eine Hommage an die heilige Elisabeth, verkörpert von Andrea C. Ortolano. Das Publikum erfährt viel über ihre schwierige Lebensgeschichte: Sie wird aus machtpolitischen Gründen nach Thüringen gebracht, um dort den Thronfolger zu heiraten. Als dieser stirbt, vermählt sie sich mit seinem Bruder Ludwig, mit dem sie eine tiefe Liebe verbindet. Elisabeth lebt christliche Ideale: Sie kümmert sich hingebungsvoll um die Kranken und Armen. In Marburg baut sie als junge Frau ein Krankenhaus – in einer Zeit, in der Krankheit häufig als Strafe Gottes gedeutet wird.

Historisch und modern

In dem Pop-Oratorium ist es gelungen, christlich-historische Inhalte mit moderner Musik zu verbinden und so die Menschen anzusprechen. Interessant wäre es zudem gewesen, Elisabeth nicht nur im historischen Kontext zu belassen, sondern ihre Ideen in die Gegenwart zu versetzen.

Inwiefern sind Werte des 13. Jahrhunderts aktuell? Wie kann man trotz lauter Egoismus und Ellenbogenmentalität menschlich sein? Sind Askese und Demut zeitgemäße Werte?

Das gelungene Pop-Oratorium hat gezeigt, dass Kirche wandelbar ist und sich Neuem öffnen kann.

Von Yvonne Albrecht

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