Starker Auftritt im Theaterstübchen 

Hommage an eine Legende: Joe-Cocker-Spezial der Kasseler Band Chip n’ Steel

Fast wie das Original: Chip n’ Steel im Theaterstübchen mit (von links) Hugo Scholz, Michael Dippel und Jürgen Bock. Foto: Fischer

Kassel. Sie trotzten den Kritikern: Die Kasseler Musiker von Chip n‘ Steel spielten am Donnerstag im Theaterstübchen zu Ehren von Joe Cocker eine Auswahl seiner Songs. 

Legendär sind sein Soulgefühl und seine Gesangsstimme – eine leidenschaftliche Mischung aus rauer Melodramatik und pulsierender Wärme. Mit 15 Jahren sang Joe (eigentlich John Robert) Cocker bereits in verschiedenen Bands, mit 20 Jahren warf er seinen Job als Gasinstallateur hin und gerade mal 24 Lenze alt, schaffte er mit einer fesselnden Coverversion des Beatles-Songs „With A Little Help From My Friends“ den internationalen Durchbruch. Legendär sind auch seine so ungelenk und zappelig wirkenden Bewegungen, während des Singens. Im Dezember 2014 starb der in Sheffield geborene, charismatische Rock- und Bluessänger. Die Kasseler Musiker von Chip n‘ Steel präsentierten am Donnerstag im proppenvollen Theaterstübchen Cocker-Songs aus über vier Jahrzehnten. Eine Hommage, die begeisterte. Skeptiker, die zuvor raunten: „Wer kann gesanglich schon mit Joe Cocker mithalten?“, verstummten rasch.

Cockers Charisma lässt sich zwar nicht kopieren, die Gesangsstimme von Sänger und Frontmann Michael Dippel aber ist der des Originals unglaublich ähnlich. Schon bei den ersten Stücken, „I Come In Peace“ (von Cockers letztem Album „Fire It Up“ (2012), „Feelin‘ Alright“ – das Cocker schon auf dem legendären Woodstock-Festival sang – und „Hard Knocks“ vom gleichnamigen Studioalbum aus dem Jahr 2010, wich die Verblüffung der Begeisterung. Dippel singt Cocker so, wie man ihn in Erinnerung hat. Auch bei „Summer In The City“, bei „Love Not War“, bei „You Are So Beautiful“ und auch bei „Unchain My Heart“.

Auch die Instrumentalisten – Konradt Schmidt (Saxofon), Hugo Scholz (Saxofon/Perkussion), Frank Dittrich (Schlagzeug), Martin Küsters (Keyboard), Jürgen Bock (Bass) und Michael Washausen (Gitarre) – operierten wie aus einem Guss. Scholz’ wilde Saxofonsoli gossen noch Öl ins Feuer, und auch die Sängerinnen Laura Jostes und Christina Koch passten mit Stimme und synchronem Körpereinsatz gut ins Bild. Fazit: ein starkes Tribute-Konzert, dem nur ein paar Worte über Cockers Leben fehlten. Riesenapplaus, drei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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