Hommage an Sonny Rollins: Das Helmut-Schäfer-Quintett im Schlachthof

Das Helmut-Schäfer-Quintett: (von link) Gitarrist Frank Sommerfeld, Trompeter Valerij Geneberg, Bassist Richard Nagy-Minik und Saxofonist Helmut Schäfer. Nicht im Bilkd ist der Schlagzeuger Jörg Damm. Foto: Fischer

Kassel. In der regionalen Jazz-Szene ist das Quintett des Tenorsaxofonisten Helmut Schäfer seit vielen Jahren eine feste Größe. Erfreulicherweise begnügt die Gruppe sich nicht damit, variationslos ein immergleiches Repertoire aus Standards und einigen Eigenkompositionen abzuspulen, sondern geht mutig daran, sich wechselnde ambitionierte Projekte vorzunehmen. Dabei schreckt man nicht davor zurück, ein abendfüllendes Programm mit Werken solcher in der Jazzwelt göttergleicher Titanen wie Miles Davis oder Thelonious Monk zu erarbeiten.

Am Donnerstagabend im Kulturzentrum Schlachthof widmeten sich die fünf Musiker dem Oeuvre des 85-jährigen Saxofon-Kolosses Sonny Rollins, wie er sich selbstbewusst einmal bezeichnete. Hier kam das Quintett natürlich nicht an gleichermaßen bekannten wie gefürchteten, weil nicht einfach zu spielenden Stücken wie „Doxy“, „Airegin“, „Oleo“ und „Tenor Madness“, dem Duett mit John Coltrane, vorbei. Diese stammen allesamt aus den 1950er-Jahren. Traditionsbewusst orientierten sich die Interpretationen stark an den Originalen und die Gruppe ließ sich, auch rhythmisch, auf keine besonderen Experimente ein.

Jedem Ensemblemitglied eröffneten sich ausgiebige Möglichkeiten, solistisch in den Vordergrund zu treten, was von den dreißig Besuchern begeistert aufgenommen wurde. Die Schäfer-Komposition „Weg mit dem Katzenjammer“ wurde aus dem Frust nach einem misslungenen Auftritt geboren. In Gedenken an den kürzlich verstorbenen Kasseler Schlagzeuger Reinhold Brundig wurde das ruhige „Lange Nacht“ intoniert.

Mit der fugenartigen Eigenkomposition „Sebastian“ als Zugabe verabschiedete das Helmut-Schäfer-Quintett seine zufriedenen Konzertbesucher.

Von Wolfgang Wollek

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