Laith Al-Deen überzeugte im Wolfhager Kulturzelt

Honig für die Seele

Wurde frenetisch gefeiert: Laith Al-Deen bei seinem gut gelaunten Auftritt im Kulturzelt Wolfhagen. Foto: Ricken

Wolfhagen. Was, wenn alles gut geht? Eine für deutsche Verhältnisse eher ungewöhnliche Frage, die der Pop-Champion Laith Al-Deen auf seinem aktuellen Album musikalisch thematisiert. Wenn man, wie Laith Al-Deen, einige Krisen erfolgreich überstanden hat, könnte man schon mal andeuten, dass unterm Strich vielleicht doch ein Smiley oder ein Daumen hoch die Endabrechnung des Lebens ziert.

Das Konzert im fast ausverkauften Kulturzelt in Wolfhagen am Freitag hat die Bilanz zumindest um einige Pluspunkte in diese Richtung beeinflusst. Ein energiegeladener Laith Al-Deen sorgte mit seiner fulminant aufspielenden Band abwechselnd für Partystimmung und Gänsehaut, sodass Körper und Seele gleichermaßen mit dem süßen Honig aus dem Bienenstock der leichten Muse überschwemmt wurden. Mit einer Melange aus Newrock und Pop entwickelt er in seinen Kompositionen eine individuelle Sprache. Etwas Unverwechselbares, das man vielleicht dem Einflussbereich von Don Henley oder Coldplay zuordnen könnte.

Den Schlager-Schnellimbiss lässt Al-Deen links liegen und wählt zur kreativen Nahrungsaufnahme die Gourmetküche des gehobenen Pop-Arrangements – satte Gitarrenflächen, schwere Drumbeats, flauschige Piano-Arpeggien und mehrstimmige Gesangspassagen, die, bestens intoniert, für sinfonische Dichte zuständig zeichneten. Al-Deens Stimme impliziert Soul und Blues und versprüht emotionale Tiefe. Seine authentische Freude am Geschehen berauschte die altersmäßig durchmischte Besucherschar und verleitete eine junge Frau zu dem Zwischenruf, er solle doch bitte für immer in Wolfhagen bleiben.

Mit „Bilder von dir“ und „Jetzt, hier, immer“ fing bei Al-Deen alles an, der Abend mündete in dem aktuellen Dancefloor-Kracher „Nur wenn sie daenzt“ und dem chartstauglichen „Das kannst nur du“ in einer Atmosphäre befreiender Selbstfindung. Eine der ausdrucksstärksten Stimmen im deutschen Musikbusiness wurde frenetisch gefeiert. Erst nach mehreren Zugaben leerte sich das Zelt.

Von Andreas Köthe

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