„Hühnerarsch, sei wachsam!“: Georg Ringsgwandl in Vellmar

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Kraftstrotzend wie eh und je: Georg Rings-gwandl in Vellmar.

Vellmar. Im November erreicht er das Rentenalter, doch so normal, um mit 65 „Servus“ zu sagen, ist er sicher nicht. Warum auch? Beim Auftritt im Vellmarer Festzelt (Kreis Kassel) strotzte Georg Rings-gwandl vor Kraft und scheute den vollen Einsatz nicht.

Mit leicht deformiertem Hut war er ganz er selbst, so wie man ihn seit vierzig Jahre auf den Bühnen kennt. Den bayerischen Dialekt justiert er gerade so weit, dass er nördlich des Weißwurstäquators noch verständlich bleibt.

Begleitet von seine vorzüglichen Band, rockte er vor allem Lieder aus seiner neuen CD „Mehr Glanz!“ In ihrer musikalischen Hülle aus Rock mit einer Prise Volksmusik sind Ringsgwandls Texte alles andere als unbeschwert. Heimat spielt eine große Rolle. Der Liedtitel „So geht’s net“ könnte als Motto über fast allen Nummern stehen. Ob der „Gartennazi“, ob „Schmeiß den Typen raus“ - oft wird zu bitterem Text, was dem Sänger aufstößt. Da muss man schon froh sein, wenn wenigstens die Ratzen (Ratten) ein liebevolles Lied bekommen. Immer gilt „Wo bleibt die Substanz? Mehr Glanz!“

Wenn seine Texte nicht bitter sind, dann sind sie reichlich skurril. Und auch der volle, wertfreie Blödsinn bekam seine Schneise. Dafür musste Ringsgwandl sozusagen aus sich heraustreten. Von einem Stehpult aus sang er im Falsett grotesken Unfug wie „Hühnerarsch, sei wachsam“, bei dem man um die Gesundheit mancher Zuhörer Sorge haben musste, so strapazierten sie ihre Lachmuskeln.

Gegen Ende des langen Abend wollte das Publikum, das das große Zelt zu etwas zwei Drittel füllte, den Mann aus Reichenhall nicht ziehen lassen. Zugaben gewährte er freigiebig und liebend gern mit seinem ersten Instrument, der volkstümlichen Zither.

Von Johannes Mundry

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