Hundreds senden melancholische Grüße an Björk

Es war sogar ein bisschen laut: Eva Milner von Hundreds. Foto: Zgoll

Kassel. Das Pop-Duo Hundreds coverte Freitagabend im Kulturzentrum Schlachthof nicht nur eigene Songs.

Vielleicht wäre sogar Björk am Freitag im Kasseler Schlachthof vorbeigekommen, wenn sie nicht gerade mit einer großen Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art geehrt würde. Die isländische Musikerin ist mit Eva Milner vom Hamburger Pop-Duo Hundreds befreundet - nur „weiß sie davon nichts“, wie Milner im Schlachthof gestand.

Die Sängerin war 17, verehrte Björk und schrieb ihr einen Brief, in dem sie fragte, ob sie nicht als Au-pair-Mädchen für den Weltstar arbeiten könne. Die damals noch in Franken lebende Teenagerin erhielt nie eine Antwort. Wenn nun aber jemand Björk erzählen würde, wie toll Hundreds im rappelvollen Kasseler Kulturzentrum ihren Song „Who Is It“ coverten, würde sie sich bestimmt sofort bei Milner melden.

Dabei covern Hundreds auf ihrer Tour unter dem Titel „Tame the Noise“ („Zähme den Lärm“) vor allem sich selbst. Normalerweise spielen Eva (33) und ihr sechs Jahre älterer Bruder Philipp Milner ihren melancholischen Elektropop bei Konzerten mit ordentlich Schmackes und einigen Techno-Anleihen.

Nun steht aber ganz Evas an Dido erinnernde Stimme und das ruhige Klavierspiel des ausgebildeten Jazz-Pianisten im Vordergrund. Die knapp 200 Besucher erleben einen sehr schönen balladesken Abend, aber eben nicht nur. Auch für ihr zweites Album „Aftermath“ haben Hundreds viel Kritikerlob bekommen. Mit ihrem Video zu „Ten Headed Beast“ wurden die Geschwister gerade für den Echo nominiert. Sowohl CD als auch Single zeugen davon, wie gern Hundreds am Sound basteln. Deshalb sagt Milner in Kassel: „Das ist das Reduzierteste, was wir hinkriegen.“ Immer wieder unterfüttert Schlagzeuger Florian Wienczny die Songs rhythmisch, ab und an kommen elektronische Beats dazu, und bei „Our Past“ wird es sogar ein bisschen laut.

Der Pop von Hundreds funktioniert in den verschiedensten Varianten, wie man auch auf dem gerade erschienenen Album „Aftermath Remixes“ nachhören kann. Bei der lautstark geforderten Zugabe überrascht die Band sogar mit einem zweiten Coversong: Den 80er-Jahre-Hit „Wonderful Life“ bringen Hundreds unter anderem mit einem Glockenspiel zum Leuchten. Dafür hätten die Geschwister Milner auch einen Dankeschön-Brief des britischen Musikers Black verdient, der längst vergessen ist, dessen Hit aber noch jeder kennt.

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