Interview: Jeremy Renner spielt im Agententhriller „Das Bourne Vermächtnis“

„Ich bin ein Arbeitstier“

Spannungsreiche Begegnung: Jeremy Renner als Cross (links) und Edward Norton als Byer in „Das Bourne Vermächtnis“. Foto: uip

In der Rolle des Bombenentschärfers in dem oscarprämierten Film „The Hurt Locker“ hat sich Jeremy Renner ins filmische Gedächtnis eingebrannt. Seitdem spielt der 41-jährige Schauspieler in der oberen Hollywood-Liga und war in Erfolgsfilmen wie „The Avengers“ und „Mission Impossible - Phantom Protocoll“ zu sehen. Jetzt steigt Renner mit „Das Bourne Vermächtnis“ als Nachfolger von Matt Damon in die erfolgreiche Spionagefilmreihe ein und spielt einen Agenten, der in einem Geheimprojekt der US-Regierung mit biotechnischen Drogen zu Hochleistungen gebracht wird und schon bald von seinen eigenen Auftraggebern verfolgt wird.

Wie haben Sie sich als Neueinsteiger in der „Bourne“-Welt zurechtgefunden?

Jeremy Renner: Für mich war das ein gutes Sprungbrett. Wir hatten drei hervorragende Filme mit vielen interessanten Aspekten, mit denen wir arbeiten konnten. Die besondere Art, wie die „Bourne“-Filme mit Actionszenen umgehen, der Ton der Erzählung und die Optik - all das waren sehr gute Vorgaben, auf denen man etwas Eigenes aufbauen konnte.

Wie schwer ist es in einem Action-Film, der eigenen Figur einen Charakter zu verleihen?

Renner: Zwischen der Action gibt es dramatische Szenen, die hier eine wichtige Rolle spielen, weil man nicht viel Zeit hat, die Figur für das Publikum zugänglich zu machen. In diese Szenen muss man mehr reinstecken als in einem normalen Drama, wo man mehr Zeit hat, um Figuren zu entwickeln.

In „Das Bourne Vermächtnis“ werden US-Agenten durch biotechnische Manipulationen leistungsfähiger gemacht. Wie nah an der Wirklichkeit bewegt sich diese Geschichte?

Renner: Filme wie dieser werden dadurch interessant, dass sie gesellschaftliche und wissenschaftliche Entwicklungen plausibel weiterdenken. Ich glaube, dass diese Form der genetischen Manipulation in bestimmten Bereichen schon betrieben wird. Genetisches Doping ist möglich, ich bin mir nicht sicher, ob es im Sport nicht schon angewendet wird.

Gehen Sie an eine Comicfigur, wie Sie sie in „The Avengers“ gespielt haben, anders heran als an eine eher realistische Figur wie in „Das Bourne Vermächtnis“?

Renner: Nein, es geht immer um Wahrhaftigkeit. Ich habe die Figur Hawk Eye in „The Avengers“ nur gespielt, weil Hawk Eye eben kein Superheld war. Ich weiß nicht, wie Chris Hemsworth das hinbekommt, einen Typen wie Thor glaubwürdig zu spielen. Ich würde mich permanent selbst auslachen, wenn ich mit so einem Hammer herumfuchteln oder fliegen müsste. Er macht das sehr gut, aber für mich wäre das nichts.

Sie haben in letzter Zeit häufig in Actionfilmen gespielt. Können Sie sich auch vorstellen, in einer romantischen Komödie zu arbeiten?

Renner: Wichtig ist, dass das Projekt für mich eine Herausforderung darstellt. Um welche Art von Film es sich dabei handelt, ist mir eigentlich egal. Aber eine romantische Komödie werde ich in nächster Zeit nicht drehen. Das ist einfach nicht mein Ding.

Wie hat sich Ihr Leben seit dem Erfolg von „The Hurt Locker“ für Sie verändert?

Renner: Mehr Anzüge. Mehr Krawatten. Mehr Arbeit. Und ich werde jetzt von den Kindern auf der Straße erkannt. Das finde ich cool.

Vor „The Hurt Locker“ sind Sie in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Was hat Sie zum Durchhalten bewegt?

Renner: Ich kämpfe mich gern durch. So bin ich aufgewachsen. Ich bin ein Arbeitstier, und ich muss arbeiten, um mich wohlzufühlen.

Von Martin Schwickert

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