Komiker Ralf Schmitz im Interview: „Ich habe die coolste Mutter“

Ralf Schmitz

Ralf Schmitz ist der schnellste Komiker seit Speedy Gonzales. Am Donnerstag gastiert der Schnellsprecher, der aus der Sat.1-Serie „Schillerstraße“ bekannt ist, in der Kasseler Stadthalle. Wir sprachen mit dem 37-Jährigen.

Herr Schmitz, wie geht es Ihrer Katze, über die Sie einen Bestseller geschrieben haben?

Ralf Schmitz: Sie ist in diesem Jahr gestorben.

Oh, das tut mir Leid.

Schmitz: Ich bin immer noch sehr traurig. Es war ein bisschen so, als würde der älteste Freund gehen. Sie war immerhin 27 Jahre bei mir. Ich bringe es auch nicht übers Herz, mir eine neue Katze zu kaufen. Wenn die Oma stirbt, holt man sich ja auch keine neue.

Nach dem Katzenbuch haben Sie noch einen Bestseller geschrieben: „Schmitz’ Mama“. Was hat Ihre Mutter gesagt?

Schmitz: Die hatte kein Problem damit. Ich habe die coolste Mutter der Welt. Vor Erscheinen hat sie sich alles durchgelesen und gesagt: „Das kannst du alles schreiben, weil alles stimmt.“ Selbst über die heimlich fotografierten Bilder von ihren Kochversuchen hat sie Tränen gelacht. Ich ziehe ja auch nicht über meine Mutter her. Ich erzähle Familiengeschichten, die jeder von uns kennt. Das Buch ist eine Hommage an meine Mutter und Mütter generell. Wie heißt es so schön: Wo man sich reibt, entsteht Hitze und Liebe.

Bekannt geworden sind Sie auch durch Improvisationstheater. Wie viel ist in Ihrem Bühnenprogramm spontan?

Schmitz: Über die Hälfte. Deshalb ist jeder Abend anders. Ich mag es nicht, wenn man nur seine Sachen runterrattert. Am Anfang kostet das ein bisschen Überwindung. Man darf keine Angst davor haben, dass einem nichts mehr einfällt.

Fällt Ihnen im Fernsehen nichts mehr ein? Sie haben sich rar gemacht.

Ralf Schmitz: Donnerstag, 20 Uhr, Stadthalle Kassel. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Schmitz: Irgendwann hatte ich so viel Fernsehen gemacht, dass ich mir eine Auszeit gegönnt habe. Ich komme ja vom Theater und liebe es, unterwegs zu sein. Live ist das, was das Herz erwärmt. Zudem muss man im Fernsehen Sachen machen, die nicht unbedingt dem eigenen Geschmack entsprechen. Trotzdem werde ich nächstes Jahr mit einem neuen TV-Projekt zurückkehren. Ich darf aber leider noch nichts verraten.

Bevor Sie Schauspieler wurden, haben Sie eine Ballettausbildung absolviert. Profitieren Sie davon noch heute?

Schmitz: Klar. Mein Körper ist fit und macht das, was er soll. Ich kann ihn wie ein Werkzeug für viele Sachen benutzen. Manchmal sind einige Nummern auch irgendwie Choreografien. In meinem ersten Programm habe ich beispielsweise zu klassischer Musik Sachen von McDonald’s gegessen.

Von Matthias Lohr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.