Der ehemalige Guns’N’Roses-Gitarrist Slash über sein Solo-Album

„Ich habe überlebt“

Schwarze Lockenmatte, Zylinder, Sonnenbrille. Auch 20 Jahre nachdem Slash als Gitarrist der US-Hardrock-Band Guns’N’Roses zu Weltruhm gelangte, sieht er noch aus wie früher. Wir sprachen mit dem 44-Jährigen über sein Soloalbum „Slash“.

Slash, was ist der Unterschied zwischen Soloplatte und Band?

Slash: Dass ich niemandem Rechenschaft schuldig war. Ich konnte machen, was ich wollte. Ich musste Sänger aussuchen und mit denen zurechtkommen, ich hatte auch einen Produzenten, aber alle arbeiteten für mich. Slash ist der Boss bei dieser Platte.

Und nach schlechten Erfahrungen mit egomanischen Sängern wie Axl Rose von Guns’N’Roses haben Sie nun für jedes Lied eine andere Stimme angeheuert?

Slash: Richtig. Ein weiterer Grund für die vielen Sänger ist der, dass ich im Laufe meiner Karriere sehr viel auf den Platten von anderen Leuten gespielt habe. Deshalb wollte ich den Spieß dieses Mal einfach umdrehen. Und es ist eine Erleichterung zu wissen, dass ich nicht jahrelang mit ihnen in einem Bus leben muss. Obwohl die alle sehr nett waren.

Mit von der Partie sind beispielsweise Ozzy Osbourne, Lemmy, Iggy Pop und Fergie von den Black Eyed Peas. Sind das alles Freunde von Ihnen?

Slash: Die meisten kenne ich seit Jahren. Manche hatte ich noch nie getroffen. Wichtig war mir die Art des Gesangs, die musste stimmen. Manche der Jungs sind old school, manche sind aus meiner Generation, manche sind jung.

Kennen Sie sich aus in der aktuellen Popmusik?

Slash: Ich höre mir das vor allem im Radio an, wenn ich im Auto sitze. Und ich ertappe mich nicht selten dabei, dass ich zum Beispiel bei „I Got A Feeling“ von den Black Eyed Peas mitsinge. Ich habe ja auf vielen dieser Popsongs selbst mitgespielt. Ich mag die Mischung aus meinem Gitarrenspiel und guten Popmelodien. Ich sorge dafür, dass diese Songs dickere Eier kriegen.

Sie sitzen hier ohne Ihren geliebten Jack Daniels, Sie rauchen nicht einmal mehr.

Slash: Stimmt. Ich hatte schon seit Jahren keinen Drink mehr, Drogen sind seit vier Jahren passé. Jahrelang habe ich entweder gesoffen, oder ich habe Heroin gespritzt, um nicht saufen zu müssen. Beides ist auf Dauer nicht sehr gesund. Es ist fast wie ein Wunder, dass ich überlebt habe. Irgendwelche Überdosen hatte ich andauernd, aber ich wurde immer wieder wach. Als Junkie dachte ich, ich bin unverwundbar. Dann kam ich an den Punkt, an dem mich dieses Leben gelangweilt hat. Wie alles andere, was du im Überfluss konsumierst, machen selbst Drogen irgendwann keinen Spaß mehr. Es war nur wichtig, dass ich von selbst darauf komme, mit dem Mist aufzuhören. Hätte jemand versucht, mich zu zwingen, dann hätte ich erst recht weitergemacht.

Slash: Slash (Roadrunner/Warner)

Von Steffen Rüth

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