Interview: Der Soulsänger Flo Mega, Zweiter beim Bundesvision Song Contest, über Kochen und Karriere

„Ich bin halt eine Rampensau“

Aufsteiger in der Musik-Branche: Der Soulsänger Flo Mega (Florian Bosum) begeistert mit seiner tiefen Stimme und enthusiastischen Auftritten. Derzeit touren er und seine Band durch Deutschland und Österreich. Foto: nh

Flo Mega ist derzeit ein gefragter Mann. Der 31-jährige Soulmusiker aus Bremen hat sein Debütalbum „Die wirklich wahren Dinge“ herausgebracht und mit seinem Song „Zurück“ den zweiten Platz beim Bundesvision Song Contest belegt. Bis vor Kurzem war er kaum bekannt und hatte nicht einmal einen Wikipedia-Eintrag. Mit seiner Band The Ruffcats tourt er durch Deutschland. Bei der TV-Sendung „neoParadise“ hatte er jetzt einen Gastauftritt ebenso wie bei „Inas Nacht“.

„Friesisch herb, mega-funky, mit einer Brise Weser-Blues“ – so bezeichnet er seine Musik. Wir haben mit Flo Mega, der mit bürgerlichem Namen Florian Bosum heißt, telefoniert, während er seine Freundin in der Schweiz besucht hat. Als er am Kochen war, hat er sich Zeit genommen, um mit uns über seinen Aufstieg zu sprechen.

Wie ist es, auf einmal so gefragt zu sein?

Flo Mega: Es läuft derzeit in der Tat besser als vor dem Bundesvision Song Contest. Es geht für mich in Richtung Prominenz, würde ich sagen, aber das ist nicht mein Hauptziel.

Was ist denn Ihr Hauptziel?

Flo Mega: Meine Arbeit einfach so zu machen wie jeder andere auch … Entschuldigung, ich koche gerade.

Was kochen Sie denn?

Flo Mega: Ein Gericht mit Lauch und Ei, für meine Lady.

Sie sind also multi-tasking-fähig?

Flo Mega: Eigentlich nicht, außer Kochen kann ich neben Telefonieren nichts anderes machen.

Ist Kochen Ihr Hobby?

Flo Mega: Ja, Kochen ist wie Musik machen, wie komponieren.

Also machen Sie Ihre Rezepte selbst?

Flo Mega: Ich schaue mir vieles ab und probiere es dann aus dem Gefühl heraus aus.

Würden Sie diese Information gern in dem Wikipedia-Eintrag über Flo Mega lesen?

Flo Mega: Ach, es gibt jetzt einen Eintrag?

Ja, einen ganz kurzen.

Flo Mega: Darin könnte vielleicht stehen: Flo Mega ist ein deutschsprachiger Soulmusiker, der versucht, ein für allemal mit schlechten Gewohnheiten wie Tabus zu brechen. Seine Aufgabe ist es, durch seine starke Show die Menschen dazu zu bringen, über sich selbst zu lachen.

Welche Tabus meinen Sie?

Flo Mega: Zum Beispiel sind viele menschliche Eigenschaften generell verpönt, weil sie dem Erfolg in die Quere kommen würden. Das Tollste ist doch, wenn jemand seine Schwächen erkannt hat und trotzdem Erfolg hat.

Welche Schwächen haben Sie denn?

Flo Mega: Ich bin Mensch.

Warum sind Sie von HipHop auf Soul umgestiegen?

Flo Mega: HipHop ist mir zu verkorkst geworden. Außerdem ist es in Deutschland schwer, mit HipHop etwas zu erreichen. Ich bin halt eine Rampensau und will ganz klassisch Showbusiness machen.

Sie haben mal in einem Interview gesagt, dass Sie Musik machen, um berühmt genug zu sein, sodass die Menschen auch Ihre Bilder kaufen, denn sie zeichnen gern Cartoons. Sind Sie jetzt berühmt genug?

Flo Mega: Moment, ich muss mal eben das Nudelwasser abschütten ... Nein, noch bin ich nicht berühmt genug. Aber ich möchte Musik machen und zeichnen, und somit ein Gesamtkunstwerk schaffen. Ich möchte einen Namen haben, um es dann einfacher zu haben. Die Leute sollen mir, ohne das böse zu meinen, aus der Hand fressen. Dann werde ich so frei sein, künstlerisch noch mehr ausprobieren zu können.

Flo Mega and The Ruffcats: „Die wirklich wahren Dinge“ (Four Music, Sony Music). Wertung: !!!!:

Von Stefanie Dietzel

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