Scarlett Johansson im Interview über ihre Rolle im Action-Spektakel „Iron Man 2“

„Ich war kein Comic-Fan“

Für viele Männer ist Scarlett Johansson eine Traumfrau. Im Kino spielt sie auch mal die Muse. In „Lost in Translation“ gibt sie Bill Murray neuen Lebensmut und dient in „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ Colin Firth als Inspiration. Als Schwarze Witwe lockt die 25-Jährige in „Iron Man 2“ Superheld Robert Downey Jr. in ihr Netz. Die Comic-Verfilmung läuft am Donnerstag in den Kinos an. Mit uns sprach Johansson über die Strapazen des Drehs, das Chaos am Set und wie sie den Regisseur Jon Favreau verprügelt hat.

Haben Sie davon geträumt, einmal eine Superheldin zu sein?

Scarlett Johansson: Ich hatte nie wirklich vor, eine Superheldin zu spielen, da weibliche Superhelden bislang so oberflächlich und übertrieben sexy angelegt sind. Es ging gar nicht um deren Charakter. Doch bei diesem Projekt war der Charakter aufregend, zwiespältig und mysteriös und dazu noch kaltherzig. All diese Dinge machten die Figur vielschichtig. Jon Favreaus Art, den Charakter so dynamisch wie möglich zu gestalten, hat mich überzeugt.

Interessierten Sie sich vor dem Film für Comics?

Johansson: Nicht wirklich. Ich war kein großer Comic-Fan, obwohl ich bereits ein paar Comic-Verfilmungen gemacht habe.

Wie war die Stimmung am Set?

Johansson: Es herrschte jeden Tag Chaos. Jon Favreau ist urkomisch, die Dynamik zwischen Robert Downey Jr. und ihm – jeder bringt seinen trockenen, albernen oder perversen Sinn für Humor mit ein, und das ist einfach köstlich.

Sie sollen den Regisseur verprügel haben. Hat es Spaß gemacht?

Johansson: Das war lustig, weil wir gleich mit den Proben begannen, nachdem ich gecastet wurde. Denn die Szenen sind genau choreografiert und nehmen enorm viel Zeit in Anspruch. Daher legten Jon und ich gleich mit dem Boxen los. Es war ein toller erster Tag: Wir trafen uns, wärmten uns ein wenig im Fitnessstudio auf und prügelten uns dann im Ring die Scheiße aus dem Leib. Das war intensiv, besonders, weil mein Charakter verschiedene Kampfstile kann. Danach konnte ich drei Tage lang nicht gehen, das war übel.

Muss Ihr Ehemann nun vorsichtig sein, was er sagt?

Johansson: Warum, weil ich gewalttätig werde? Höchstens gegenüber Fremden.

Nun haben Sie sich ja an das Training gewöhnt. Würden Sie noch einen Action-Film drehen?

Johansson: Klar, wenn es ein intelligenter Film ist. Ich fände es großartig, den Charakter auch in anderen Projekten zu verkörpern, ob es nun in „The Avengers“ oder einer anderen Weiterführung dieser Geschichte ist.

Wie war die Zusammenarbeit mit Robert Downey Jr.?

Johansson: Er sagte, er fühle sich verantwortlich für all unsere Erfahrungen bei diesem Film, was unglaublich ist. Er war so darauf bedacht, wie es mir ging, und er schien mit derselben Aufmerksamkeit an so vielen Orten gleichzeitig zu sein. Es macht einfach Spaß, mit ihm zu arbeiten, da er viele Ideen einbringt und für alles offen ist. Dadurch entsteht Dynamik.

Stimmen die Gerüchte, dass Ihrer Figur der „Schwarzen Witwe“ ein eigener Film gewidmet wird?

Johansson: Ich denke, dass Marvel momentan mit „Captain America“ und der Planung der „Avengers“ ausgelastet ist. Auf diese Geschichten warten viele Fans. Wenn die Leute also den Charakter mögen und mehr von ihm sehen wollen, wird das Studio darüber nachdenken. Natürlich wäre ich begeistert, mit von der Partie zu sein.

Die vergangene Comic-Verfilmung, in der sie mitspielten, „The Spirit“, wurde von Kritikern zerrissen. Wie sind Sie damit umgegangen?

Johansson: Es ist ärgerlich, wenn man mit wirklich kreativen Leuten zusammenarbeitet und das Ganze nicht besonders gut ankommt. Aber es ist nicht das erste Mal, dass mir das passiert. (Ricore)

Von Julia Manfredi

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