Interview mit Lena Meyer-Landrut: „Ich bin nicht erwachsen"

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Lena Meyer-Landruth

Große Teile ihres neuen Albums "Stardust" hat Lena Meyer-Landrut selbst geschrieben. An den anderen Stücken hat sie mitgeschrieben. Wir sprachen mit ihr über den Umgang mit Kritik und das Erwachsen-werden.

Da ist sie also wieder. Bisschen erwachsener, aber immer noch ganz schön viel Lena. Mit dem dritten Album, das so heißt wie die Single, nämlich „Stardust“, möchte sich Lena Meyer-Landrut, 21, jenseits von Stefan Raab, Eurovision Song Contest und Dauer-TV-Präsenz behaupten. Könnte klappen, denn die Songs sind nicht blöd und eine Art Schnittmenge aus aktuellem Mädchenpop.

Lena, die Single „Stardust“ läuft schon im Radio, das gleichnamige Album kommt jetzt. Ist das noch aufregend für Sie oder sehen Sie das alles jetzt beim dritten Album so locker wie ein alter Hase?

Lena: Nee, so richtig alter Hase bin ich nicht. Auch wenn man nicht mehr unter dem Druck steht, so abliefern zu müssen wie ein neuer Künstler, der sich beweisen muss. Aber auf gewisse Weise ist es schon nochmal neu.

Warum?

Lena: Weil ich dieses Album selber geschrieben und mitgeschrieben habe und an der Produktion beteiligt bin. Das ist schon so, dass ich mich als neue Künstlerin zeige.

Das neue Album hat so einen schnippsigen, leicht jazzigen Grundton, dazu kommen ein paar langsame Nummern.

Lena: Schnippsig find ich schön, das merke ich mir. Ich finde, es ist ein positives Album geworden. Ich bin nicht mit dem Vorsatz rangegangen, jetzt mein melodramatisches Ich zu beschreiben.

Sie haben in Stockholm und London aufgenommen. Sollte die CD internationaler klingen?

Lena: Ich wollte Musik im Stil von Miss Li machen. Das ist eine schwedische Künstlerin. Wir haben sie gefragt, und sie hat gesagt: Mach ich.

Miss Li wird gern mit Ihnen verglichen. Das Stück „ASAP“ singen Sie sogar zusammen.

Lena: Naja, was heißt verglichen? Die ist schon anders als ich. Aber wir sind halt beides Mädchen, wir machen beide in etwa die gleiche Musik. Wobei sie eher aus der folkig-schwedischen Richtung kommt. Und ich halt aus einer Castingshow.

Leiden Sie unter den Vorurteilen? Weil: Während Casting-Teilnehmer in Deutschland einen miesen Ruf haben, sind Sie ja die Heldin, die Eurovision heimgeholt hat. Oder ist das nicht so?

Lena: Naja, verallgemeinern kann man das nicht. Es wird immer Leute geben, die sagen: „Scheiß Casting.“ Am Schönsten wäre es natürlich, wenn alle Leute einen so nehmen, wie man ist. Aber so ist es nun mal nicht. Das Problem ist, dass es schnell Vorurteile gibt.

Wie sehr belastet Sie Kritik?

Lena: Ich glaube, es ist schon relativ willkürlich, ob ein Mensch gerade etwas gut findet oder nicht. Manchmal findet jemand etwas blöd, dann sagen ihm Freunde „Finde ich aber super“, und dann findet er das auch super.

Ist „Stardust“ Ihr Erwachsen-werden-Album?

Lena: Nö. Ich glaube nicht, dass ich erwachsen bin. Ich bin superverpeilt, ich bin chaotisch, ich bin unordentlich und undiszipliniert.

In „Day to stay“ bleiben Sie mit ihrem Liebsten an einem Montag einfach schön im Bett, während es draußen schneit.

Lena: Ein süßes Lied, oder?

Inspiriert von Ihrem Leben?

Lena: Voll. Im Moment kann es nicht besser laufen.

Sie sprechen nicht gern über Privates. Möchten Sie erzählen, was Ihr Freund so macht?

Lena: Das geht Sie nichts an (lacht). Ich finde das in Ordnung zu sagen, ich habe einen Freund und ich bin glücklich. Ich verstehe, dass die Leute wissen wollen, was bei mir so passiert. Aber das beinhaltet nicht, dass alle wissen dürfen, was bei meinem Freund im Leben passiert. Wir sind auch noch nie zusammen auf rote Teppiche gegangen, deshalb gibt es keinen Ansatzpunkt zu wissen, was bei ihm so los ist. Wir halten das geheim.

(Von Steffen Rüth)

Lena: Stardust (Usfo/Universal), Wertung: 4 Sterne

Lena Meyer-Landrut ist 1991 in Hannover geboren. Obwohl sie nie eine professionelle Gesangsausbildung bekam, wurde sie 2010 - mitten im Abiturstress - von Stefan Raab als Talent entdeckt und ging im selben Jahr mit der Single „Satelitte“ als Siegerin des Eurovision Song Contests hervor. Die Titelverteidigung im Jahr darauf scheiterte. Heute erscheint das dritte Album der Sängerin. Die 21-Jährige lebt in Köln und hat einen Freund.

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