Liam Neeson („Schindlers Liste“) im Interview über seine Rolle im Film „Das A-Team“

„Ich will die Action auskosten“

A-Team heute: Face (Bradley Cooper, von links), B. A. (Quinton Jackson), Hannibal (Liam Neeson) und Murdock (Sharlto Copley). Foto:  nh

Liam Neeson arbeitet mehr als je zuvor. Vielleicht ist es für ihn Ablenkung, um den tragischen Unfalltod seiner Ehefrau Natasha Richardson im letzten Jahr zu überwinden. Ein sensibles Thema, über das der Ire im Interview nicht sprechen möchte. Der Anlass passt auch nicht, denn in Berlin stellte der Star seinen neuen Actionfilm „Das A-Team - Der Film“ nach der TV-Serie aus den 1980ern vor.

Mr. Neeson, Sie sind in diesem Jahr besonders fleißig. Nach „Chloe“, „Kampf der Titanen“, „Der Andere“ und „Five Minutes of Heaven“ ist „Das A-Team“ 2010 bereits Ihr fünfter Film.

Liam Neeson: Was soll ich dazu sagen? Ich mag eben die Schauspielerei. Ich mache keinen Unterschied, ob es ein kleinerer Film wie Oliver Hirschbiegels „Five Minutes of Heaven“ oder „Das A-Team“ ist. Ich gehe stets danach, ob mich die Rolle anspricht.

Wobei Sie sich als Anführer des A-Teams sicherlich wieder wie ein kleiner Junge fühlen durften.

Neeson: Absolut. Es klingt einfach, sich in einer Actionrolle austoben zu dürfen. Dabei sind solche Filme oftmals viel härter und anstrengender. In den dreieinhalb Monaten sind wir vor und hinter der Kamera zu einem Team zusammengewachsen, das diesen Film unbedingt stemmen wollte.

Anstrengend wegen der körperlichen Herausforderung?

Neeson: Man muss schon ziemlich fit sein, und seit ich mit Luc Besson „36 Hours“ in Paris drehte, habe ich richtig Spaß daran gefunden. „36 Hours“ wurde auch noch ein Erfolg, und ich glaube, erst daraufhin wurde mir die Rolle des Hannibal in „Das A-Team“ angeboten. Außerdem werde ich nicht jünger. Mit 58 kann ich mir ausrechnen, wie lange mir solche Rollen noch angeboten werden. Deshalb will ich es auskosten, schnelle Autos zu fahren und mit dicken Knarren herumzurennen.

„Das A-Team“ basiert auf einer TV-Serie aus den 1980ern. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Neeson: Ein großer Fan der Serie war ich jedenfalls nicht, weil ich damals mit ganz anderen Dingen beschäftigt war. Da war ich jung und stand in Belfast auf der Theaterbühne. Meine Nichten und Neffen erzählten mir vom „A-Team“, die Serie wurde also von einer ganz anderen Generation verfolgt. Als ich das Angebot für den Kinofilm bekam, dachte ich zuerst nur, wie blöd. Aber dann las ich das Drehbuch und fand es einfach toll.

So toll, dass Sie sich vorstellen könnten, Hannibal wieder zu spielen?

Neeson: Solange ich es mit dem gleichen Regisseur und Filmpartnern machen dürfte. Vertraglich haben wir alle unterschrieben, wieder dabei zu sein, wenn „Das A-Team“ so erfolgreich ist, dass noch eine Fortsetzung gedreht werden kann.

Obwohl Sie ein äußerst erfolgreicher Filmstar sind, treten Sie hin und wieder noch auf Theaterbühnen auf. Warum ist Ihnen die Schauspielerei so wichtig?

Neeson: Theaterspielen empfinde ich als mein persönliches Training, um als Schauspieler fit zu bleiben. Das Kino ist erst 100 Jahre alt, Theater gibt es mindestens schon seit 4000 Jahren, und es ist der richtige Ort, um nicht zu vergessen, was es heißt, ein direktes Publikum mit seiner Schauspielkunst zu überzeugen, Schauspieler zu sein. Klar gibt es dafür weniger Geld, ich könnte davon nicht meine Rechnungen bezahlen, trotzdem ist es sehr wichtig, dranzubleiben. (Ricore)

Von Markus Tschiedert

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