„Ich will hier raus!“: Das Lustspiel "Machos auf Eis“ in der Komödie Kassel

Heiße Party im Kühlhaus: Szene mit Manuel Jadue als Adrian, Andreas Euler als Koch Sven und David Wehle als DJ Sandro. Foto: Koch

Kassel. Lachen, Singen, Party haben. Vor ausverkauften Rängen startete am Donnerstag in der Komödie das Stück „Machos auf Eis“. Die Ausgangssituation: Zwei Männer, der mürrische Koch Sven (Andreas Euler) und der unglückliche Bräutigam Adrian (Manuel Jadue), sind in das Kühllager eines Restaurants eingeschlossen.

Und nun? Warten, hoffen, dass Hilfe kommt.

Kommt auch. Doch auch der liebenswert überdrehte Alleinunterhalter DJ Sandro (David Wehle) und der selbstgefällige Frauenheld Oliver (Michael Bernhard) übersehen, dass die Tür nach dem Öffnen zurückschwingt. Nun sitzen alle vier fest. Der Stoff würde für ein Psychodrama taugen. Regisseur Dominik Paetzholdt und seine muntere Darstellerriege haben daraus eine verrückte, schwungvolle Komödie mit Musik, besser gesagt – mit beständig eingefädelten Karaoke-Nummern gemacht.

Liegt nahe, denn DJ Sandro hat ja Mikros und CDs dabei. Und Singen ist besser als sich streiten. Auch menschlich wächst die Notgemeinschaft zusammen - bis einer hinter dem Kühlpropeller kleine weiße Beutelchen mit Traumnahrung entdeckt und die bis dahin inaktive Kühlung plötzlich wieder funktioniert. Das Chaos nimmt seinen Lauf. Ein sehr unterhaltsames Chaos.

Es setzt Kalauer, stimmungsvolle Karaoke-Einsätze – „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ – und jede Menge köstlich ausgeformte Situationskomik. Die Regale im Kühlraum werden zur choreografisch umkämpften Schlafstelle, die Zunge des DJs klebt vor Kälte minutenlang an einem Regal fest. Das Publikum freundete sich geradezu empathisch mit den liebenswerten Chaoten an: Anfeuerungsrufe bei den schrägen Karaoke-Nummern, ausgedehnte Mitleidsbekundungen für DJ Sandro, wenn der mal wieder von den anderen durch den Kakao gezogen wird: „Ooooh.“

Ob das schräge Quartett wieder freikommt, sei hier nicht verraten. Wohl aber, dass gegen Ende des Stückes mit der türkischen Taxifahrerin Gönül (Bianca Warnek) zunächst neue Hoffnung keimt. Lautstarker Applaus und ein kleines Minikaraoke-Konzert als Zugabe.

Wieder heute, am 20., 21., 22.11., Karten: Tel. 0561-18383.

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