Sven Plöger im Interview über seinen Preis als bester Wettermoderator und den Klimawandel

Klimawandel nicht beschönigen

Wer regelmäßig die Nachrichten im Ersten verfolgt, kennt das Gesicht von Sven Plöger. Vor Kurzem hat der 42-Jährige die Auszeichnung als bester deutscher Wettermoderator erhalten. Wir haben mit ihm über den Preis und sein Engagement für den Klimaschutz gesprochen.

Aus aktuellem Anlass die erste Frage: Sie vertreten derzeit Jörg Kachelmann. Wie beurteilen Sie seine Verhaftung?

Sven Plöger: Der Sendebetrieb geht hier ganz normal weiter. Alles andere steht in unseren Pressemitteilungen.

Was passiert, wenn Herr Kachelmann nicht wieder- kommt?

Plöger: Ich beschäftige mich seit 14 Jahren mit dem Wetter – unabhängig davon, was Herr Kachelmann macht. Mit meiner Person steht das in keinem Zusammenhang.

Unabhängig von den Problemen Ihrer Kollegen sind Sie derzeit überaus erfolgreich. Erst kürzlich haben Sie den Preis als bester Wettermoderator Deutschlands erhalten. Was zeichnet Sie aus?

Plöger: Eigentlich muss man dazu andere Menschen befragen. Ich glaube, ich kann schwierige Inhalte so transportieren, dass sie jeder begreift. Zudem liegt mir das lockere, unterhaltsame Erzählen, wobei ich nie vergesse, dass es um Inhalte geht.

Hängt Ihr Erfolg auch mit Ihrem Engagement für den Klimaschutz zusammen?

Plöger: Das wäre möglich, obwohl ich ja während der Sendung nicht über diese Themen spreche. Aber natürlich bin ich als Meteorologe auch an den Veränderungen des Klimas interessiert.

Darüber haben Sie nun auch das Buch „Gute Aussichten für morgen: Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können“ geschrieben. Wie kam es dazu ?

Plöger: In der Öffentlichkeit gelte ich durch die Wettervorhersagen in der ARD als Experte für Klimafragen. Daher haben mich sehr viele Menschen angesprochen, die unsicher sind und erfahren wollen, was wahr ist. Viele beschäftigt die Frage, ob es einen Anteil am Klimawandel gibt, der menschengemacht ist, oder ob dies nicht der Fall ist.

In Ihrem Buch eröffnen Sie eher einen optimistischen Blick auf den Umgang mit dem Klimawandel. Inwiefern ist der gerechtfertigt?

Plöger: Seit 20 Jahren ist der Klimawandel ein gesellschaftliches Thema. Immer wieder wird gesagt, es ist fünf vor zwölf, aber daraus werden keine Konsequenzen gezogen. Ich will nichts beschönigen. Natürlich sind die Probleme vom Menschen gemacht, aber darin besteht auch die Chance für Veränderungen. Wir müssen überlegen, was wir unternehmen können.

Welche Chancen liegen im Klimawandel?

Plöger: Über 80 Prozent der verbrauchten Energien werden fossil erzeugt. Die Sonne hingegen liefert 5800 Mal mehr Energie, als wir insgesamt verbrauchen. Und wir nutzen davon nur 15 Prozent. Im Hinblick auf regenerative Energien könnten wir noch viel mehr unternehmen. Denkbar wäre auch eine Kombination aus verschiedenen regenerativen Energiesorten. Es muss künftig darum gehen, Energien zu verbrauchen, ohne damit mehr Dreck zu erzeugen.

Angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise sehen Sie im Kampf gegen den Klimawandel sogar ökonomische Möglichkeiten.

Plöger: Den Energiewandel brauchen wir ohnehin. Daher ist es ganz logisch, dass sich auch in der Arbeitswelt ein Wandel vollziehen muss. Künftig werden wir kaum noch Arbeiter brauchen, die Kohle abbauen. Wenn wir aber verstärkt auf Solarenergie setzen, benötigen wir Techniker, die Solaranlagen bauen können. Das heißt, die Arbeitsplätze werden nicht einfach wegfallen, sondern sie müssen sich wandeln.

Sven Plöger: Gute Aussichten für morgen: Wie wir den Klimawandel für uns nutzen können. Westend-Verlag, 364 Seiten, 19,95 Euro.

Von Yvonne Albrecht

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