„Ich wirke zarter als ich bin“ -

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Ein neues Gesicht: Larissa Aimée Breidbach, die Ophelia der Festspiele 2011, bei der Ensemble-Präsentation in der City Galerie.

Bad Hersfeld. Jeder Generation ihren eigenen „Hamlet“ – diesem Credo von Festspiel-Intendant Holk Freytag folgt auch die Besetzung der Inszenierung von Jean-Claude Berutti mit jungen Darstellern in den tragen Rollen. Eine von ihnen ist Larissa Aimée Breidbach als „Ophelia“. Wir sprachen mit der jungen Potsdamerin.

Frau Breidbach, der „Hamlet“ ist ein vielgespielter Klassiker. Lässt sich so ein Stück eigentlich immer wieder neu deuten?

Larissa Aimée Breidbach: Ich finde den Gedanken von Holk Freytag sehr treffend, weil sich Deutschland gerade an Figuren wie Hamlet oder Faust reibt. Auf Hamlet wurde im Laufe der deutschen Geschichte oft Bezug genommen, wie etwa im Vormärz mit „Worte, Worte, Worte“. Und in jeder Generation lassen sich Parallelen finden. Zum Beispiel, wie sich Hamlet Problemen stellt oder nicht stellt, wie jemand handlungsunfähig wird durch zuviel Philosophieren. Das lässt sich immer wieder neu deuten. Ich finde das sehr spannend.

Haben Sie die Ophelia schon einmal gespielt?

Breidbach: Nein, aber ich freue mich sehr.

Aber haben Sie sich mit ihrer Rolle schon auseinandergesetzt?

Breidbach: Ja, schon bevor ich zum Vorsprechen gegangen bin. Aber die richtige Arbeit an der Figur hat noch nicht angefangen. Da kommt ja dann auch dazu, wie der Regisseur die Rolle sieht, wie ich sie sehe und wie sich die Figur entwickelt.

Die Stiftsruine haben Sie bisher nur von außen gesehen. Wie fühlt sich ein zartes Geschöpf wie Sie angesichts solcher Dimensionen?

Breidbach: Ich habe Respekt, aber keine Angst. Vielleicht kommt das dann vor der Premiere. Ich wirke aber auch zarter als ich bin.

Ihre persönliche Geschichte ist etwas ungewöhnlich.

Breidbach: Mein Vater kommt aus Burkina Faso in Westafrika, und meine Mutter ist Deutsche. Ich bin auch hier aufgewachsen und habe erst sehr spät angefangen, mich mit meinem ethnischen Hintergrund auseinanderzusetzen. Das hatte auch damit zu tun, dass man häufig nicht dazugehört, wenn man nicht ganz deutsch aussieht. Oder man hat das Gefühl, fremd zu sein. Daraufhin bin ich im Sommer zum ersten Mal nach Burkina Faso gereist, um Westafrika kennenzulernen. Das war eine sehr interessante, bereichernde Erfahrung für mich.

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