„Ihr und wir und die Musik“: Die Kultband Pur wurde in Kassel gefeiert

Begeistert seine Fans: Pur-Frontmann Hartmut Engler vor der grandiosen Lichterkulisse in der Rothenbachhalle. Foto: Fischer

Kassel. „An den Instrumenten war ich nicht so gut, deswegen sollte ich den Sänger geben“, verriet Pur-Sänger und Frontmann Hartmut Engler den Besuchern am Freitag in der bestens gefüllten Kasseler Rothenbachhalle mit Blick auf „die Gründung einer Schülerband in Bietigheim 1976“.

Es war der Startschuss zu einer bis heute andauernden Erfolgsgeschichte mit Millionen verkaufter Tonträger. Für echte Fans – und so euphorisch wie die Band gefeiert wurde, so textsicher die Refrains mitgesungen wurden, waren reichlich echte Fans da – lüftete Engler damit sicher kein Geheimnis. Bald vier Jahrzehnte nun schon stehen die Musiker von Pur – Hartmut Engler, Rudi Buttas, Joe Crawford, Martin Ansel, Ingo Reidl – gemeinsam auf der Bühne. Cherry Gehring (Keyboard) ist seit 2001 und Frank Dapper (Schlagzeug) seit 2015 dabei. Für Engler ist „die Sache mit Pur und den Fans so einfach: Ihr und wir und die Musik – und wir gehen nachher alle glücklich nach Hause oder ins Hotel.“

Pur spielte neue Stücke von der aktuellen CD „Achtung“, machte die Fans aber auch mit Klassikern aus der Bandgeschichte glücklich. Bei Stücken wie „Lena“ und „Ohne Dich“ (1990), „Wenn sie diesen Tango hört“ (1992), „Indianer“ und „Neue Brücken“ (1993), „Wenn der Wind sich dreht“ (2001 neu arrangiert) schossen die Arme in die Höhe – „helfende Hände“, nannte es Engler – und sangen die Fans die Textzeilen so lautstark und mit so viel Inbrunst, dass Engler teilweise aussetzte und selbst zum Zuhörer wurde.

Auch für eine grandiose Light-Show war gesorgt: Mehr als 40 geometrisch angeordnete Scheinwerfer tauchten die Bühne in Stimmungsfarben, während im Hintergrund Videokunst untermalte: Farbspiele, Clips, eine Botschaft gegen Rassismus.

Auch rührende Momente gab es. So als Engler ein Lied „für meine Mutter“ sang und mit feuchten Augen über sie sagte: „90 Jahre deutsche Geschichte an einem Schicksal festgemacht.“ Mit „Abenteuerland“ ging es dem Ende entgegen. Riesenapplaus, Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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