Ihre Hits kriegt man nicht aus dem Kopf: Ellie Goulding

Wollte einst Schauspielerin werden und macht jetzt Popstars wie Taylor Swift Konkurrenz: Die Londoner Sängerin Ellie Goulding (28). Foto: Universal

Aus dem Kritikerliebling Ellie Goulding ist Großbritanniens neuer Megastar geworden. Mehr Pop als nun „Delirium“ kann ein Album nicht sein. Die Taylor Swifts müssen sich warm anziehen.

Früher hätte Ellie Goulding ihre Wurzeln am liebsten verleugnet. Der Ort, aus dem Englands neuer großer Popstar stammt, „war nicht der beste und mir früher peinlich“, sagt die 28-Jährige, die in einem 800-Seelen-Dorf in den Midlands aufgewachsen ist. Mittlerweile findet Goulding ihre Herkunft jedoch cool: „Ich möchte damit andere Menschen inspirieren.“

Vielleicht landen bald noch mehr junge Frauen aus der Provinz weltweite Hits und nehmen Alben wie „Delirium“ auf, das gerade überall hoch und runter gespielt wird.

Die Sängerin 

Ein Geheimtipp ist Elane Jane Goulding längst nicht mehr. Nachdem sie ihr Schauspielstudium geschmissen hatte, zog sie nach London, trat mit Folksongs in Kneipen auf, wo sie entdeckt wurde. 2009 erhielt sie bei den Brit Awards den Kritikerpreis, und die BBC erhob sie in ihrer renommierten Sound-Liste zur vielversprechendsten Newcomerin 2010 - im selben Jahr hatte das zuvor nur Adele geschafft.

Das Album 

Die breite Masse war bislang nicht Gouldings Ding. Sie machte Indie-Electro. Mehr Pop als nun „Delirium“ kann ein Album jedoch nicht sein: „Ich war nie ein Mainstream-Pop-Mädchen, aber ich will das ausprobieren: Ich will Lieder singen, die in Filmen laufen.“

Dazu hat sie sich mit dem Schweden Max Martin zusammengetan. Mit Arbeiten für Stars wie Britney Spears und Katy Perry hat der 44-Jährige den zeitgenössischen Pop geprägt wie kaum ein anderer Produzent.

Gouldings zumeist selbst geschriebene Songs stattet er mit einem fetten Electronic-Dance-Music-Sound aus. Hin und wieder hört man HipHop-Beats. Die Melodien, die Goulding mit ihrem eindrucksvollen Sopran singt, erinnern an Abba. Jeder der 14 Songs hat das Zeug zum Hit. „Love Me Like You Do“ aus der Bestsellerverfilmung von „Fifty Shades Of Grey“ stand schon im Sommer in fast allen Ländern auf Rang eins.

Die Feministin 

In „On My Mind“ erzählt Goulding von einem One-Night-Stand: „Du wolltest mein Herz, aber das Einzige, was ich wollte, waren deine Tätowierungen.“ Ihre männlichen Kollegen singen solche Zeilen schon immer. Frauen werden für so etwas aber noch schief angeschaut. Diese Doppelmoral hat Goulding gerade beklagt: „Ich sehe mich als Feministin und will, dass alle Mädchen kämpfen.“

Der Star-Faktor 

Längst liefert das Mädchen aus der Provinz den Medien Glamour. Erst war sie mit dem US-DJ Skrillex zusammen, dann sang sie auf der Hochzeit von Prinz William und Kate, und derzeit bildet sie mit dem McFly-Bassisten Dougie Poynter ein Pop-Traumpaar. Trotzdem ist Goulding normal geblieben: „Die Hälfte meiner Freunde kriegt Kinder, die andere Hälfte ist zu betrunken, um mir zurückzuschreiben. Ich bin irgendwo dazwischen.“

Ellie Goulding: Delirium (Universal). Wertung: vier von fünf Sternen

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