Neu im Kino: Ein Porträt der beeindruckenden Verhaltensforscherin Jane Goodall

Sie setzt auf die Kinder: Jane Goodall hat immer ein Stoffäffchen dabei, um für ihr Anliegen zu werben. Fotos:  tx

Manchmal kommen Leute zu ihr, sagt Jane Goodall (76), um sie für den Film „Gorillas im Nebel“ zu loben. Denen entgegnet sie, dass die Dame am Ende dieses Hollywood-Streifens ermordet würde, sie sich selbst jedoch bester Gesundheit erfreut.

Lange vor Gorilla-Forscherin Dian Fossey begab sich Goodall in den Dschungel vom Gombe im heutigen Tansania und studierte das Leben der Schimpansen. Die Dokumentation „Jane’s Journey - Die Lebensreise der Jane Goodall“ zeichnet die erstaunliche Entwicklung einer scheuen, jungen Eigenbrötlerin zu einer entschlossen auftretenden Aktivistin nach, die sich mit Leib und Seele für eine Welt einsetzt, in der die Worte Frieden und Harmonie keine leeren Hülsen sind. Dabei setzt Jane Goodall auf die Jugend. Ihr Motto: Jeder kann helfen. Die Organisation „Roots and Shoots“ (Wurzeln und Sprösslinge) inspiriert Menschen dazu, sich im eigenen Lebensumfeld nach Missständen umzuschauen und diese entschlossen anzugehen.

Der deutsche Filmemacher Lorenz Knauer hat Goodall begleitet. Es gelingt ihm, das Charisma dieser beeindruckenden Frau einzufangen. Goodall ist auf einer nie endenden Reise, um ihre Botschaft noch in den entlegensten Winkel zu tragen. Sie trifft Entscheidungsträger, Prominente, aber vor allem Otto Normalverbraucher. Wer Goodall einmal begegnete, sieht die Welt mit anderen Augen.

Und doch, so zeigen mitunter sehr persönliche Fußnoten, lief auch im Leben der Aktivistin nicht alles perfekt. Ihr Sohn, aufgewachsen im Paradies, entwickelte eine Abneigung gegen Schimpansen und wandte sich einem Geschäftszweig zu, der seiner Mutter gar nicht gefiel. Die Versöhnung kommt spät. Am Ende ist klar: Auch diese Frau ist nur ein Mensch. Aber was für einer.

Genre: Dokumentation

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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