Das Quartett Exprompt in der Kreuzkirche

Image überpinselt

Kassel. Spanisches Temperament, französische Ästhetik, deutsche Ordentlichkeit … alles Folklore. Globalisierung sorgt für weltweite emotionale Standards. So ist auch der Begriff von der russischen Seele seit der Öffnung der damaligen Sowjetunion schon fast ein Anachronismus. Ein Klischee, eine Erinnerung an den intensiv gelebten Patriotismus abseits staatlicher Reglementierung.

Dass jetzt russische Musiker ihre Auftrittsprogramme internationalisieren, ist logisch. So auch das Quartett Exprompt aus Karelien, dessen Mitglieder sich am Konservatorium von Petrosavodsk ihre brillante Spieltechnik erarbeiteten. Beim Konzert in der leider nicht so gut besuchten Kreuzkirche stellten sie traditionellem Liedgut Kompositionen von Astor Piazzolla, Django Reinhardt und Niccolo Paganini an die Seite.

Dabei wurde ein weltmusikalisches Süppchen der Extraklasse gekocht. Dynamik, Intensität und Zusammenspiel fesselten vom ersten Ton das begeisterte Publikum. Mit viel Schwung überpinselte man das melancholische Image und ließ die Polka und den flotten Walzer aus dem Käfig. Balalaika, Knopfakkordeon, Mandoline und Domra charakterisierten den klanglichen Bezug zur Geschichte. Das begeisterte schon Ex-Deep-Purple-Gitarrist Richie Blackmore. Er buchte Exprompt 2002 für seine Tournee. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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