Beim „Sommer im Park“ in Vellmar erklärt der Sensenmann die Reise ins Jenseits

Der Tod auf Imagereise

Sterben kann auch lustig sein: Praktikantin Exitussi (links) und der Tod geben Einblicke in ihre Arbeitswelt und klären wichtige Fragen. Gern gesehen wird er nach eigener Aussage jedoch nicht. Foto: Malmus

Vellmar. Es gibt eine Sache, die alle Menschen eint: der Tod. Und auch in Vellmar muss jeder sterben. Gut, dass der Tod höchstpersönlich vorbeigeschaut hat, um allen Sterblichen zu erklären, was passieren wird. Doch bevor der Reiseleiter der „Jenseitsreisen“ den knapp 200 potenziellen Kunden in seinem Programm „Happy Endstation“ etwas über die irgendwann bevorstehende Reise erzählt, begrüßen Charon, der Fährmann aus der griechischen Mythologie, und Tods Praktikantin Exitussi das Publikum. Der fast blinde Charon ärgert sich, dass immer mehr Leute lieber im Tunnel, statt per Boot ins Jenseits reisen. Und gibt Einblicke in die Reisebedingungen: Den Film über das eigene Leben gibt es inzwischen in Full HD – es ist allerdings immer eine Folge „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“.

Nachdem Exitussi Charon von der Bühne geleitet hat, kommt er dann auch: Der Tod – Gerüchten zufolge ein Berliner Komiker mit mehreren Preisen – hat anders, als viele vermuten würden, eine recht hohe Stimme. Und ein Faible für Wortspiele. Er gibt aber auch Einblicke in seine Arbeitswelt. Etwa, wie man Tote bei der Agentur für Arbeit entdeckt: Es sind die, die bei der Mittagspause nicht in die Kantine gehen.

Doch wer glaubt, der Tod steht einfach nur so auf der Bühne rum, täuscht sich. Für seine Imagekampagne setzt der Tod auch auf Video und Tanz. Denn gern gesehen wird er nach eigener Aussage nicht wirklich. Dabei gibt er doch wertvolle Hinweise. Um die teuren Grabsteine zu finanzieren, könnte man sich ja Werbepartner suchen. Etwa Red Bull, dessen Getränk bekanntlich Flügel verleiht.

Der Tod ist aber kein herzloser Geselle: In den Pausen sammelt er Geld für verschiedene Zwecke, etwa Hospize. Auch das sorgt für eine enge Kundenbindung. Für viele im Publikum war es nicht das erste Mal, dass sie den Tod sahen. Wiedersehen werden ihn alle.

Von Max Morrison

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