Für immer jung mit Klassikern: Die Tribute-Band Dylan’s Dream im Theaterstübchen

Auf den Spuren des Meisters: Die Band Dylan’s Dream mit Christine und Jörg Götzfried. Foto: Schachtschneider

KASSEL. Im Jahr eins nach der Literatur-Nobelpreisverleihung an Bob Dylan gastierte „seine“ nordhessische Tributeband Dylan’s Dream am Donnerstag im gerammelt vollen Theaterstübchen. Besucher zwischen 16 und 66 Jahren wollten die Gruppe erleben, die 2015 als Deutschlands beste Coverband ausgezeichnet wurde.

Ganz neu erfinden kann man Fremdkompositionen nicht wirklich, erst recht nicht, wenn sie schon jahrzehntelang unzählige Male von Musikern unterschiedlichster Couleur interpretiert worden sind. Doch die siebenköpfige, international besetzte Band Dylan’s Dream versteht es durchaus, den bekannten Klassikern „Mr. Tambourine Man“, „This wheel’s on fire“ und „Don’t think twice“ neue Aspekte abzugewinnen, indem sie ihr großes Potenzial verschiedener Instrumente von Violine bis Posaune effektiv einsetzt.

Bei „Masters of war“ wird sogar die Beatles-Nummer „I want you“ eingeflochten. Im Übrigen hört man nicht selten die Auffassung, dass aufgrund seiner limitierten, näselnden Stimme die besten Versionen der Stücke des größten lebenden Songschreibers ohnehin von anderen Musikern stammten: Julie Driscoll, Jimi Hendrix, The Byrds und Manfred Mann zum Beispiel.

Jörg Götzfried, Bandleader, Sänger und Akustikgitarrist von Dylan’s Dream im fransenbesetzten Frack, ist Dreh- und Angelpunkt auf der Bühne und seine Gesangsstimme klingt wohl nicht ganz zufällig wie die des Band-Namensgebers – die perfekte Illusion. Bei einigen Stücken übernimmt Christine Götzfried den Leadgesang, der in den Höhen leicht schrill klingt. Dennoch: Das Publikum ist durchweg begeistert. Bassist Edwin Cully jr. beweist mehrfach, dass er auch einer Funk-Soulband gut zu Gesicht stehen würde. Schräge Geigentöne hört man bei „Forever young“, und nach fast drei Stunden erklatscht sich das euphorische Publikum noch einen Zugabenblock mit „Mighty Quinn“.

Von Wolfgang Wollek

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