Die Jazz-Pianistin und Sängerin Olivia Trummer im Theaterstübchen

Immer in Richtung Gefühl - Olivia Trummer im Theaterstübchen

Musik aus dem Poesiealbum: Olivia Trummer. Foto: Schachtschneider

Kassel. „Wo die Liebe hinfällt, da soll sie gedeihen. Und wenn ein Hauch sie wegweht, hat sie nicht sollen sein.“ Textzeilen wie diese und die sanfte Klavierstimmung dazu geben schon zum Beginn des Konzertes von Olivia Trummer das Reiseziel an: immer in Richtung Gefühl.

Winkt dann noch Jazzmusik wie ein Tramper am Straßenrand, öffnet sie gern die Tür und gemeinsam geht es weiter.

Am Freitag gastierte die vielseitige Künstlerin vor 40 Besuchern im Theaterstübchen. An ihrer Seite: Martin Gjakonovski am Kontrabass, Posaunist Johannes Lauer und Bode Janke am Schlagzeug. Die 26-jährige Stuttgarterin ist eine facettenreiche Musikerin und Persönlichkeit. Eine Pianistin mit viel Gefühl, die jedoch nicht darin ertrinkt. Eine, die sich auch als klassische Konzertpianistin Meriten verdient hat, aber aus Stücken von Bach oder aus Kirchenliedern wie „Macht hoch die Tür“ lieber eigene Jazz-Interpretationen kreiert.

Schwärmen wie ein Teenager

Ihre Gesangsstimme ist nicht ihre stärkste Waffe, aber hell und gefühlvoll. Ihre Stücke beginnen zumeist zurückhaltend sanft, bekommen dann aber nicht selten einen offensiven Jazz-Charakter, bei dem sich auch ihre Begleiter ausleben können. Olivia Trummer verfügt über ein weit gefasstes stilistisches Spektrum. Aber sie kann noch unbekümmert schwärmen wie ein Teenager.

„Poesiealbum“ heißt ihre neueste CD. Ein Titel, der bestens zu ihrer romantisch verspielten Erscheinung passt. Die Texte klingen so, wie es ein junges Mädchen wohl in ihr Tagebuch schreiben würde: „Bäume sind so geduldig“, heißt es in dem Lied „Es ist so windig heute“. Bei einem anderen greift die amüsante Liebeslogik einer Hobby-Philosophin: „Ohne Bienen - keinen Honig zum Tee. Ohne Mai - keinen Liebsten, den ich zum Tee einladen möchte.“ Wie ein Kabarett-Lied aus den 30ern klingt ihr Stück „500 Millionen“. Was sie mit dem Reichtum machen würde? „Zuerst mal exklusiv essen gehen.“ Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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