„Sozo visions in motion“ stellt mit Studierenden zwei Tanzstücke im tif vor

Berufsfachschule für zeitgenössischen Tanz zu Gast im tif 

Menschenknäuel: Szene aus der Choreografie „Violet Spring“. Foto: Fischer

Kassel. Drückende Hitze im tif-Theater. Sechs Studierende von „Sozo visions in motion“, der Kasseler Berufsfachschule für zeitgenössischen Tanz, werfen sich mit Verve in die Entgrenzung des Körpers und schaffen choreografische Bilder vom Wachsen und Werden, vom Rückfall.

Ein Menschenknäuel, fünf Körper, die sich zusammenkauern und dann nach oben recken, wachsen, Blütenblätter aus Tänzern: Mit „Violet Spring“ in der Choreografie von Mirjam Rauch und Mareike Steffens erobern sich die Tänzer Viktoria Trow-Poole, Marianne Linder, Jana Friesen, Timothee Uehlinger, Annette Pflug und Johanna Honkanen gleich zu Beginn ihr Publikum im ausverkauften tif.

Anfang und Ende, Streben und Sterben, und dazwischen immer wieder ein kleiner Neuanfang: Die Tänzer schreien Wörter, schreiben auf die Tafel, „Haut der Schlange“: Wie oft häutet sich ein Mensch? Zum Schluss begießt Jana Friesen die zusammengekrümmten Körper auf der Erde mit Wasser.

Originelles Spiel

Zur suggestiven Musik von Philip Glass entwickelt dann die Schulleiterin Deborah Smith-Wicke in Zusammenarbeit mit den Studierenden am Ende des ersten Ausbildungsjahres ihre Choreografie „Violin“: Ein stark tänzerisch orientiertes Werk mit vielschichtigen Bildern zwischen fast sakral anmutenden Bewegungen und turbulentem Aufbruch, zwischen flirrenden Vogelzügen und rauschhaftem Vergessen. Schön das Duo von Viktoria Trow-Poole und Timothee Uehlinger, originell das Spiel mit den umgebundenen Krawatten, wenn mit einem Arm in der Krawattenschlinge getanzt oder gar Blindekuh mit dem Schlips vor Augen gespielt wird. Und manchmal, wenn alle Tänzer stürmisch aufeinanderspringen, denkt man an einen Torjubel der ganz besonderen Art.

Von Juliane Sattler

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